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05.02.2004

09:30 Uhr

"Erst jetzt beginnt die geordnete Arbeit“

Die wirklich einfachen Spiele

VonChristiane Mitatselis (Handelsblatt)

Wie Leipzigs Olympia-Geschäftsführer Peter Zülsdorff mit der starken Konkurrenz aus aller Welt mithalten will.

Der neue Chef der Leipzig 2012 Olympia GmbH, Peter Zühlsdorff. Foto: dpa

Der neue Chef der Leipzig 2012 Olympia GmbH, Peter Zühlsdorff. Foto: dpa

NEUSS. Peter Zühlsdorff kommt 20 Minuten zu spät. "Entschuldigen sie bitte vielmals. Auf der Autobahn war Stau", sagt er und lächelt freundlich. Dann kommt der Manager, der im November 2003 die Geschäftsführung der Leipzig 2012 Olympia GmbH für den symbolischen Lohn von 1 Euro im Jahr übernahm, zur Sache: "In den letzten Monaten ging es darum, die Bewerbung aus den Untiefen der Politik herauszuführen. Das ist uns gelungen." Als er seine Arbeit begann, drohte die Bewerbung im Korruptionssumpf zu versinken. "Erst jetzt beginnt die geordnete Arbeit", sagt Zühlsdorff.

Der 63-Jährige will nicht über die Fehler der Vergangenheit reden. Die Skandale, meint er, hätten im Nachhinein auch ihre positive Seite: "Der Bekanntheitsgrad der Leipziger Bewerbung in Bevölkerung ist sehr groß." Jetzt gehe es darum, "Vertrauen zu schaffen". Im Osten Deutschlands unterstützen die Menschen die Leipziger Bewerbung. Doch wie will Zühlsdorff, die Westdeutschen überzeugen? Viele denken immer noch, Hamburg wäre die bessere Wahl gewesen, weil die Stadt mit Metropolen wie Paris, New York, Madrid oder London eher hätte mithalten können.

Zühlsdorff nennt die Vorzüge der Leipziger Bewerbung: "Wir können kompakte Spiele veranstalten", sagt er. "Alle versuchen mittlerweile, das Konzept der einfachen Spiele darzustellen, aber nur für die Leipziger ist es auch wirklich einfach: Sie müssen sich nur so natürlich geben wie sie sind." Zühlsdorff weiß, wie wichtig dieser Aspekt ist. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) legt bei der Vergabe der Spiele, die am 6. Juli 2005 in Singapur stattfindet, großen Wert auf die Akzeptanz in der Bevölkerung.

Doch vorher muss Leipzig die erste Hürde nehmen. Am 18. Mai entscheidet das IOC in Lausanne, welche der neun Bewerber den Status einer Kandidatenstadt erhalten. Neben den genannten Städten bewerben sich Havanna, Rio de Janeiro, Moskau und Istanbul. IOC-Präsident Jacques Rogge hatte kürzlich angedeutet, dass womöglich alle Städte in die nächste Runde kämen. Davon hält Zühlsdorff nichts. "Ich hoffe, es wird einen Schnitt geben. Sonst heißt es hier sofort wieder, das sei eine Lex Leipzig." Wenn Leipzig diese Hürde schafft, müsste es dem IOC bis zum 15. November einen ausführlichen Fragenkatalog beantworten. "Wir müssten das an ein Planungsbüro geben", sagt Zühlsdorff. Natürlich werde es dann eine öffentliche Ausschreibung geben, fügt er hinzu.

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