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31.01.2001

19:58 Uhr

Erste gemeinsame Bilanz

AOL-Time Warner verbucht hohen Verlust

Die jüngst zum weltweit größten Medienkonzern fusionierte AOL Time Warner hat im vierten Quartal 2000 nach Sonderbelastungen einen Verlust über eine Milliarde Dollar verzeichnet und den bereinigten Cashflow um 14 % gesteigert.

rtr NEW YORK. Damit blieb AOL Time Warner hinter den Erwartungen der Analysten zurück, die mit einem Plus von 20 % gerechnet hatten. Unternehmenschef Gerald Levin bekräftigte unterdessen die Wachstumsprognosen für 2001.

Der Netto-Fehlbetrag auf Pro-Forma-Basis sei in den drei Monaten zum 31. Dezember 2000 auf 1,09 (Vorjahr 0,201) Mrd. Dollar oder 0,25 (0,05) Dollar je Aktie gestiegen, teilte AOL Time Warner weiter mit. Das Vorsteuerergebnis vor Abschreibungen (Ebitda), beziehungsweise der Cashflow, habe sich dagegen um 14 % auf 2,4 Mrd. Dollar erhöht. Auch der Pro-Forma-Umsatz stieg den Angaben zufolge auf 10,2 Mrd. Dollar von 8,5 Mrd. Dollar. Beim Pro-Forma-Ergebnis werden die Geschäftszahlen so umgerechnet, als ob das kürzlich fusionierte Unternehmen schon im Vorjahreszeitraum bestanden habe. Für das Gesamtjahr 2000 liege das Ebitda auf Pro-Forma-Basis bei 8,4 Mrd. Dollar, 19 % über dem Vorjahr, hieß es weiter. Der Umsatz habe sich unterdessen um elf Prozent auf 36,2 Mrd. Dollar erhöht.

Der Online-Dienst AOL verzeichnete wie erwartet im abgelaufenen Vierteljahr einen Überschuss von 365 (Vorjahr 219) Mill. Dollar oder 0,15 (0,09) Dollar je Aktie. Der Umsatz wuchs unterdessen um rund 27 % auf 2,1 Mrd. Dollar.

Time Warner verzeichnete im abgelaufenen Dreimonatsabschnitt einen Anstieg des Ebitda um sieben Prozent auf 1,6 Mrd. Dollar und ein Umsatzplus von vier Prozent auf 8,2 Mrd. Dollar. Der bereinigte Gewinn sank unterdessen auf 0,18 Dollar je Aktie von 0,20 Dollar. Experten hatten mit einem Rückgang auf 0,16 Dollar gerechnet. Die Umsatzzahlen seien gut ausgefallen, sagte Fred Moran, Analyst bei Jefferies & Co. Das Wachstum des Cash Flow habe allerdings enttäuscht. Er sei hinter den zuvor bereits heruntergeschraubten Erwartungen zurückgeblieben. "Es waren solide Ergebnisse", ergänzte Michael Parekh von Goldman Sachs. Bei AOL seien die Erlöse aus den Zugangsgebühren innerhalb der Erwartungen gewesen. Das Geschäft mit Online-Werbung und elektronischem Handel sei stark verlaufen.

Levin bekräftigte am Mittwoch in einem Telefoninterview die Wachstumsprognosen für sein Unternehmen. AOL Time Warner rechne für 2001 mit einem Umsatzplus von zwölf bis 15 %. Das Ebitda werde voraussichtlich um 30 % steigen. Für das erste Quartal rechnet AOL Time Warner mit einem Ebitda-Plus von 18 bis 19 %.

AOL Time Warner-Manager Richard Parsons sagte, das Unternehmen habe keine Pläne, seine Warner Music Group mit der britischen EMI Group zu fusionieren. Die Warner Music und EMI hatte im Oktober nach harten Verhandlungen mit der EU-Kommission ihren Fusionsplan aufgegeben. Die EMI verhandelt derzeit mit der Bertelsmann AG über eine Fusion mit der Bertelsmann-Musiktochter BMG.

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