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20.03.2003

08:38 Uhr

Erste Opfer gemeldet

Angriff gegen Irak galt Saddam Hussein

Mit einem gezielten Schlag gegen die irakische Führungsspitze haben die US-Streitkräfte am frühen Donnerstagmorgen den Irak angegriffen. Ob dabei der irakische Machthaber getroffen wurde, ist unklar. Nach offiziellen irakischen Angaben wurde das Ziel verfehlt. Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon sagte, der Hauptangriff werde in Kürze erfolgen.

Das Bild zeigt den Abschuss einer Tomahawk-Rakete von einem Kriegsschiff. Foto: dpa

Das Bild zeigt den Abschuss einer Tomahawk-Rakete von einem Kriegsschiff. Foto: dpa

dpa/rtr BAGDAD. Die irakische Nachrichtenagentur INA berichtete von zehn Toten. Drei Stunden nach den Angriffen übertrug das irakische Fernsehen eine Ansprache Husseins. Dabei blieb offen, ob es sich um eine Live-Sendung handelte.

Nach Informationen der Washington Post lagen der ersten Militäraktion Informationen des US-Geheimdienstes CIA zu Grunde. Danach soll sich Saddam Hussein in einem identifizierten Haus aufgehalten haben. Auf das Ziel wurden Marschflugkörper vom Typ Tomahawk programmiert und von Schiffen im Persischen Golf und im Roten Meer abgeschossen. Tarnkappenbomber warfen ferner nach Pentagon-Angaben vier Präzisionsbomben ab. Sie sind in der Lage, bis zu sechs Meter dicke Bunkerwände zu durchschlagen. Mit dem Befehl zum gezielten Angriff wollte US-Präsident George W. Bush nach Angaben aus dem Pentagon Saddam Hussein vor Beginn des eigentlichen großen Krieges ausschalten.

Dem ersten Angriff folgten keine weiteren Militärschläge gegen die Hauptstadt. Es wurde erwartet, dass der Krieg in großem Stil erst mehrere Stunden später beginnen würde. Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon sagte, der Hauptangriff werde in Kürze erfolgen. Einen genauen Zeitpunkt nannte er jedoch nicht. "Dies waren nur vorbereitende Aktionen", sagte er. In Bagdad waren nur wenige Menschen und Autos auf den Straßen. Die meisten Geschäfte blieben geschlossen. In Fernsehberichten waren auch nur wenige Soldaten in der Hauptstadt zu sehen.

Britische Armee: US-Raketen zielten auf Treffen von Irakern

Ein Treffen von fünf ranghohen Irakern gehörte nach Angaben eines britischen Militärsprechers zu den Zielen der Angriffe auf Bagdad, mit denen die USA am Donnerstagmorgen begannen.

"Es gab ein Treffen von fünf Irakern, von dem sie dachten, sie sollten einen Versuch starten. Und so entschieden sie sich anzugreifen", sagte der Militärsprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Nähere Angaben zu den Personen machte er nicht. Die Angriffe seien mit Tomahawk-Raketen ausgeführt worden. "Das war ein Warnschuss und wir wollen nach wie vor, dass Saddam sich ergibt", fügte der Sprecher hinzu, der sich in einem Militärhauptquartier der USA und Großbritanniens in der Nähe der Hauptstadt Qatars, Doha, aufhielt.

Ein irakischer Minister beschuldigte die US-Regierung, einen Mordversuch auf den irakischen Präsidenten Saddam Hussein verübt zu haben. Der Staatschef habe aber überlebt. Etwa drei Stunden nach den Angriffen zeigte das staatliche Fernsehen Bilder, wie Saddam eine öffentliche Erklärung abgab. Es war nicht klar, ob es sich um eine Live-Übertragung handelte.

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