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10.03.2004

15:52 Uhr

Erste Reaktionen auf den Finanz-Skandal ums Münchner Olympiastadion

Zehetmair würde 1860 keinen Korb geben

Während die Ermittlungen im Schmiergeldskandal um den Bau der "Allianz Arena" voll im Gange sind, wird hinter den Kulissen bereits nach einem Nachfolger für den verhafteten "Löwen"-Chef Karl-Heinz Wildmoser gesucht. Zu den meistgenannten Namen gehört auch der des früheren bayerische Wissenschaftsministers Hans Zehetmair. Theo Waigel hat dagegen bereits abgewunken. Wildmoser lässt unterdessen nach Angaben seines Anwalts seine Vereinsämter ruhen.

Hans Zehetmeier würde bei 1860 in dei Bresche springen. Foto: dpa

Hans Zehetmeier würde bei 1860 in dei Bresche springen. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Derweil können die Ermittler einen ersten Erfolg vermelden. Einer der vier gestern Festgenommenen, ein Mitarbeiter der Dresdner Immobilienfirma der Wildmosers, hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er sei anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Wildmoser wird hingegen weiter in der Münchner Justizvollzugsanstalt Stadelheim festgehalten. Gegen ihn existiert der Vorwurf der Steuerhinterziehung und der Bestechlichkeit. Nach Angaben des Generalstaatsanwalts Karl Huber muss er mit bis zu fünf Jahren Haft rechnen.

Bei der Suche nach einem möglichen Nachfolger für Wildmoser kursieren bereits mehrere Namen. Einer davon, Hans Zehetmair (CSU), ist grundsätzlich zu einer Kandidatur für das Präsidentenamt beim TSV 1860 München bereit. Doch ist er keinesfalls begeistert von der Vorstellung. "Ich verweigere mich nicht grundsätzlich gegen eine Präsidentschaft. Aber es wäre mir lieb, wenn dieser Kelch an mir vorüberginge", sagte das Aufsichtsratsmitglied des Fußball-Bundesligisten am Mittwoch. Er war von Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) als Nachfolger für Präsident Karl-Heinz Wildmoser ins Gespräch gebracht worden. In der Stunde der Not würde man es sich zu leicht machen, einfach Nein zu sagen, sagte Zehtmair.

Nach Angaben des Politikers soll am Montagabend eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung bei den "Löwen" stattfinden. "Auf dieser Sitzung werden wohl die Würfel für die Zukunft des Vereins fallen", sagte Zehetmair. Zunächst müssten die personellen, finanziellen und sachlichen Belange des Vereins, der bislang ausschließlich von den Wildmosers geführt worden sei, geklärt werden.

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