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15.01.2003

17:23 Uhr

Erstes Untersuchungsergebnis

Wartungsfehler führte womöglich zu Hubschrauberabsturz

Ein "fehlerhafte Verschraubung" könnte möglicherweise zu dem Absturz des Bundeswehrhubschraubers geführt haben, bei dem sieben deutsche Soldaten ums Lebens kamen. So jedenfalls steht es in einem Bericht des Verteidigungsministeriums.

Zwei Hubschrauber vom Typ CH-53, Foto: dpa

Zwei Hubschrauber vom Typ CH-53, Foto: dpa

dpa BERLIN. Ein Wartungsfehler war möglicherweise die Ursache für den Absturz des Bundeswehrhubschraubers vor Weihnachten in Kabul, bei dem sieben deutsche Soldaten getötet wurden. Das geht aus einem ersten Zwischenbericht hervor, der dem Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages am Mittwoch in Berlin vorgelegt wurde. Das teilte das Verteidigungsministerium mit. Der Absturz der Maschine am 21. Dezember war das bisher schwerste Unglück bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr.

Derzeit sei davon auszugehen, dass als Ursache "eine fehlerhafte Verschraubung von Befestigungselementen im Antriebssystem" angesehen werden müsse. "Menschliches Versagen im Bereich der Wartung ist daher nicht auszuschließen", hieß es. Bislang ging die Bundeswehr von einem technischen Fehler im Getriebe des Hauptrotors aus.

Wegen des hohen Zerstörungsgrades der Unglücksmaschine seien die Untersuchungen an den Überresten noch nicht abgeschlossen. Eine Abschließende Bewertung könne es erst nach Vorlage des vollständigen Untersuchungsberichtes geben, erklärte das Ministerium.

Auf der Grundlage des Zwischenberichtes handele es sich nach der vorläufigen Einschätzung von Bundesverteidigungsminister Peter Struck um einen qualifizierten Dienstunfall. Damit werde den Angehörigen und Hinterbliebenen die nach dem Gesetz bestmögliche finanzielle Unterstützung zuteil.

Wie das Verteidigungsministerium weiter mitteilte, werden derzeit alle Hubschrauber des Typs CH-53 in den betreffenden Baugruppen überprüft und anschließend für den Flugbetrieb wieder frei gegeben.

Unmittelbar nach dem Absturz hatte das Verteidigungsministerium Berichte zurückgewiesen, wonach seit längerem Mängel an den Bundeswehr-Transporthubschraubern bekannt seien und die Maschinen für zu alt eingeschätzt würden. Auch seien die Triebwerke in festgelegten Intervallen gewartet worden, die bei den in Kabul eingesetzten Maschinen bei 100 Flugstunden lagen. In Deutschland stationierte Hubschrauber dieses Typs würden erst nach 200 Flugstunden durchgecheckt. Auf einen Beschuss des Hubschraubers gab es keine Hinweise.

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