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11.01.2001

12:35 Uhr

Erstmals offenbar zwei Fälle auf einem Hof

Neue BSE-Verdachtsfälle in Schleswig-Holstein und Hessen

Das Tier aus Schleswig-Hostein stammt von dem gleichen Hof, auf dem bereits in der vergangenen Woche ein an BSE erkranktes Rind entdeckt worden war.

ap/ dpa WIESBADEN/KIEL. In Schleswig-Holstein gibt es einen neuen BSE-Verdachtsfall, wie Landwirtschaftsministerin Ingrid Franzen am Donnerstag in Kiel mitteilte. Das Tier stammt von einem Hof aus dem Kreis Stormarn, auf dem in der vergangenen Woche bereits ein an BSE erkranktes Rind entdeckt worden war. Die 26 Tiere der Herde wurden deshalb am Mittwoch in der Tierkörperverwertungsanstalt in Neumünster getötet, die Kadaver wurden untersucht. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre es das erste Mal, dass zwei BSE-Fälle auf einem Hof entdeckt würden.

Die Tiere stammen ursprünglich aus Dissau im Kreis Ostholstein, von wo sie nach Stormarn verkauft worden waren. Es läge erst eine sogenannte A-Probe vor, hieß es. Die Bestätigung durch das Referenzzentrum in Tübingen stehe noch aus, sagte die Ministerin vor dem Ausschuss. Franzen hatte das Keulen der Herde mit dem Verweis auf Erfahrung in Großbritannien verteidigt. Dort seien in 50 % der betroffenen Herden mehrere Tiere an BSE erkrankt, gehe aus Statistiken der 80er Jahre hervor.

Erstmals BSE-Verdacht in Hessen

In Hessen gibt es nun auch einen ersten BSE- Verdachtsfall: Ein Schnelltest an einem am Dienstag geschlachteten vierjährigen Tier aus dem Regierungsbezirk Gießen habe einen schwach positiven Befund auf BSE-Antikörper ergeben, teilte das Wiesbadener Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Der Wiederholungstest ergab kein eindeutiges Ergebnis. Gewissheit soll eine Untersuchung in der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten in Tübingen bringen, mit deren Befund frühestens am Montag zu rechnen sei. Bis dahin stehe der betroffene Betrieb unter Schlachtverbot, der Bestand sei gesperrt. Das betroffene Tier stammt aus einem Betrieb mit 90 Rindern, wurde in Hessen geboren und wuchs auch dort auf.

Unklare Ergebnisse beim BSE-Test sind nach Angaben des hessischen Gesundheitsministeriums nicht ungewöhnlich. Die Laborwerte werden anhand einer Skala interpretiert: Oberhalb einer bestimmten Marke gilt der Test als positiv. Diese Linie hat nur der erste an dem Tier vorgenommene Test knapp überschritten. Der zweite blieb unter der Grenzmarke in der so genannten "Sicherheitszone", bei deren Erreichen eine Nachuntersuchung erforderlich wird. Auch wenn es sich um einen Fall im Grenzbereich handele, gehe das Land "auf Nummer sicher", sagte Gesundheitsministerin Marlies Mosiek-Urbahn (CDU).

Bundesweit gibt es bislang zehn bestätigte BSE-Fälle - davon sechs aus Bayern und jeweils zwei aus Niedersachsen und Schleswig- Holstein. Außerdem steht das Ergebnis der Kontrolluntersuchungen von insgesamt vier weiterem BSE-Verdachtsfällen aus Mecklenburg- Vorpommern, Bayern und Baden-Württemberg noch aus.

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