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25.05.2000

15:20 Uhr

agr DÜSSELDORF. Mit der Lizenz für die Peanuts hat Peter Boder 1991 die United Labels GmbH, Münster, gegründet. Nun greift er mit großer Lizenz-Familie von Mickey Mouse über Ernie und Bert aus der Sesamstrasse bis zu den Simpsons und den Helden von Star Wars nach den Sternen: Noch im zweiten Quartal 2000 strebt die United Labels AG an den Neuen Markt der Frankfurter Börse. Die Emissions-Pressekonferenz ist für Ende April vorgesehen. Konsortialführer ist die WestLB Panmure.

Geplant sei eine Kapitalerhöhung, sagte Vorstandschef Boder dem Handelsblatt. Er will nach dem Börsengang noch mit knapp 70 % an dem Anbieter von Tassen, T-Shirts und ähnlichen mit Comic-Motiven geschmückten Produkten vom Blumentopf bis zum Schlüsselanhänger beteiligt sein. Der Streubesitz werde deutlich über 25 % liegen, sagte Boder. Die restlichen Anteile seien für Mitarbeiter und Freunde des Unternehmens reserviert. Boder hält noch 100 % am Grundkapital von 3 Mill. Euro.

United Labels beliefert bislang ausschließlich den Handel mit 7  000 Produkten in 15 Sortimenten, die in Asien hergestellt werden. Boder will den Umsatz in Zukunft alle zwei Jahre verdoppeln. 1999 waren es 26,6 (Vorjahr: 19,8) Mill. DM. 2000 werden knapp 40 Mill. DM erwartet. Acht Designer von insgesamt 40 Mitarbeitern kümmern sich um die Gestaltung der Produkte. Die Umsatzrendite von über 10 % bei einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 2,8 (2,4) Mill. DM in 1999 will Boder auch künftig darstellen. Der Jahresüberschuss beläuft sich auf 1,5 (1,3) Mill. DM.

68 % vom Umsatz werden mit großen Handelsketten getätigt. Auf keinen Kunden entfalle aber mehr als 8 % vom Umsatz. Der Handel bekomme alle Lizenzen und Produkte aus einer Hand, stellt Boder ein Plus von United Labels heraus. Der Auslandsanteil am Umsatz beträgt 33 %. Die Hälfte davon wird in Frankreich erzielt.

Die Lizenzgebühren beziffert Boder auf 8 bis 15 % vom Nettoumsatz mit dem Handel. Lizenzgeber sind bislang unter anderem Disney, Time Warner, EM TV und 20th Century Fox sowie Children Televisions Network.

Boder will das Geld aus dem Börsengang in den Ausbau seiner internationalen Präsenz und den für den Herbst geplanten Aufbau des Handels im Internet (E-Commerce) stecken. Dann sollen auch "europaweit in fünf Sprachen" die Endverbraucher ordern können. Angepeilt wird dabei eine Kooperation mit dem Logistikpartner Bertelsmann Distribution. Für die geplante Expansion in Asien und den USA müssten allerdings erst noch die Lizenzen erworben werden, räumte Boder ein.

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