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01.02.2001

15:14 Uhr

Ertragsstärke des Unternehmens werde sich verbessern, so Vorstandschef Schmitz

Keine Neuausrichtung bei Klöckner-Werke

Auch nach der Mehrheitsübernahme durch die Frankfurter WCM will die Duisburger AG am Foliengeschäft festhalten.

Reuters DUISBURG. Die Duisburger Klöckner-Werke AG wird auch nach der Mehrheitsübernahme durch die Frankfurter WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG an ihrer Neuausrichtung auf das Foliengeschäft festhalten. Vorstandschef Heinz-Ludwig Schmitz sagte am Donnerstag, dies werde die Ertragsstärke des Unternehmens deutlich verbessern. Innerhalb der kommenden drei Jahre solle durch den Ausbau der Sparte das Konzernergebnis um 50 % gesteigert und eine Kapitalrendite von 20 % erzielt werden. Schmitz kündigte für das abgelaufene Geschäftsjahr eine auf 0,69 (0,26) Euro erhöhte Dividende an. Bei einem Umsatz von 1,848 (1,550) Mrd. Euro hatte Klöckner 1999/2000 nach Verkäufen einen Überschuss von 67 (117) Mill. Euro erzielt.

Für das seit 1. Oktober laufende Geschäftsjahr 2000/01 stellte Schmitz bei unverändertem Portfolio einen Umsatz von zwei Mrd. Euro in Aussicht. Beim Ergebnis im gewöhnlichen Geschäft werde man mindestens den Vorjahreswert erreichen. Die geplanten Firmenverkäufe würden das Ergebnis vor Steuern positiv beeinflussen, sagte Schmitz weiter. Der Konzern habe das neue Jahr mit einem "hohen" Auftragsbestand begonnen. Die ersten drei Monate brachten nach den Angaben einen höheren Auftragseingang und Umsatz sowie ein über dem Vorjahr liegendes Ergebnis im gewöhnlichen Geschäft. Die genauen Zahlen würden in etwa zwei Wochen veröffentlicht, hieß es weiter.

Zukauf im Foliengeschäft geplant

Schmitz kündigte für die nächsten Wochen einen Zukauf im Foliengeschäft sowie den Verkauf einer "kleineren Einheit" in der Abfüll- und Verpackungstechnik an. Bei der Akquisiton handele es sich um ein europäisches Unternehmen und sei für Klöckner ein "Bröcklein bis Brocken". Schmitz ergänzte, die Kernaktivität des Unternehmens werde zwar das Foliengeschäft sein. Doch werde man auch Firmenbeteiligungen unter dem Dach des Konzerns angliedern und dies per Satzungsänderung festlegen. Dies ermögliche dem neuen Mehrheitsaktionär WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG ertragreiche Unternehmensteile bei Klöckner anzusiedeln und den steuerlichen Verlustvortrag des Konzerns zu nutzen.

Schmitz begründete den Rückgang des Jahresüberschusses im Geschäftsjahr 1999/2000 mit einem außerordentlichen Ertrag aus dem Verkauf der Peguform im Vorjahr. Das Ergebnis im gewöhnlichen Geschäft bezifferte er mit 115 (86) Mill. Euro.

Im Dezember hatte WCM den Klöckner-Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreitet, das für jeden Klöckner-Anteil eine WCM-Aktie und sieben Euro in bar vorsah. Damals hielt WCM bereits 40 % an dem Duisburger Traditionsunternehmen. Zunächst hatte der Klöckner-Vorstand das Angebot abgelehnt. Anders als die geforderte Baralternative stelle das Angebot vornehmlich auf die WCM-Aktie ab, hieß es. Anfang Januar besserte WCM sein Angebot nach und bot zusätzlich eine WCM-Aktie für je vier aus dem Umtausch stammenden WCM-Papiere. Dieses Angebot empfahl Klöckner seinen Aktionären schließlich. Allerdings habe man eine Vielzahl von Alternativen mit Industriellen und Finanz-Investoren geprüft, sagte Schmitz. Doch keine sei attraktiv gewesen. Schmitz ergänzte: "An WCM kam keiner vorbei". Das Unternehmen habe bereits mit seinen 40 % in der Hauptversammlung gemessen an der Präsenz eine satte Mehrheit gehabt. WCM hält nach Ablauf der Angebotsfrist inzwischen knapp 82 % an Klöckner. Auf der Hauptversammlung am 16. März sollen WCM-Vorstand Roland Flach und WCM-Mehrheitsaktionär Karl Ehlerding in den Aufsichtsrat gewählt werden. Flach strebt nach den Angaben den Vorsitz in dem Gremium an.

Die Aktie der im MDax gewichteten Gesellschaft legte am Donnerstag bis zum Nachmittag um 5,85 % auf 22,60 Euro zu. Das WCM-Papier wurde mit 21,60 (plus 0,93 %) gehandelt.

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