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27.01.2003

15:00 Uhr

So makaber es auch klingen mag: Die Wertpapier- und Rohstoffmärkte sind nun endgültig und fest im Griff des drohenden Irak-Kriegs. Aber selbst wenn dieser abgewendet werden könnte oder ähnlich wie der Golfkrieg 1991 verlaufen würde, blieben bis auf weiteres andere kursrelevante Fragen offen.

Die Nachrichtenlage übers Wochenende hat den Nebel weiter verdichtet, das bestätigen auch die Berichte vom Weltwirtschaftsforum in Davos, das von größter Unsicherheit über die Zukunft der Weltkonjunktur und der Rolle Europas gekennzeichnet ist.

Apropos Unsicherheit: Sie hören und lesen nun schon seit Wochen, ja seit Monaten von "Unsicherheit", wenn Marktbeobachter die Börsenstimmung beschreiben. Das ist, streng genommen, nicht ganz richtig. Denn "unsicher" sind die Finanzmärkte fast immer. Wären sich die Marktteilnehmer "sicher", wie es weiter geht, dann stünden alle auf der gleichen Seite, wären alle entweder Käufer oder Verkäufer - käme ein Markt gar nicht zustande. Besser wird das aktuelle Börsenklima mit "völliger Orientierungslosigkeit" beschrieben. Und die ist fatal, die mögen die Anlagestrategen nun überhaupt nicht.

Ich befürchte, dass sich dieser Zustand in den nächsten Tagen auch nicht entscheidend verändern wird. Selbst wenn diese Woche nicht die Woche der Entscheidung wird, darf man bestenfalls eine Stabilisierung der Aktienkurse auf niedrigeren Niveau erwarten. Deshalb sollten Sie die bevorstehende Flut von Konjunktur- und Unternehmensdaten nicht so wichtig nehmen wie sonst. Dies ist keine normale Phase im Zyklus von Wirtschaft und Börse.

Ich bleibe dabei: Jeder Aktienkauf ist in diesen Tagen Spekulation. Auch ein "Bulle" wie ich scharrt nicht jeden Tag mit seinen Hufen.

Machen Sie?s trotzdem gut - bis morgen!

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