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31.01.2001

11:07 Uhr

Erwartungen übertroffen

Siemens steigert den Gewinn um fast ein Drittel

Der Technologiekonzern verbucht ein überdurchschnittliches Wachstum. Dazu trägt insbesondere die börsennotierte Tochter Infineon bei

Reuters MÜNCHEN. Der Münchner Technologiekonzern Siemens hat den Gewinn nach Steuern im ersten Quartal nach eigenen Angaben stärker gesteigert als den Umsatz und hält an seinen Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2000/01 (30. September) fest. Das erstmals nach US-Bilanzierungsregeln (GAAP) ausgewiesene, um Sonderposten bereinigte Ergebnis nach Steuern sei um 32 Prozent auf 778 Millionen Euro gestiegen, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Der Umsatz kletterte um 23 Prozent auf 20,5 Milliarden Euro, der Auftragseingang wuchs um 28 Prozent auf 23,6 Milliarden Euro. Analysten sagten, die Zahlen seien besser ausgefallen als erwartet. Die Siemens-Aktie legte zu Handelsbeginn leicht zu.

Das Wachstum sei überdurchschnittlich ausgefallen, teilte Siemens weiter mit. Es sei davon auszugehen, dass das Wachstum sich im Jahresverlauf abschwächen werde. Siemens halte aber an den Prognosen fest, Umsatz und Auftragseingang zweistellig und das Ergebnis im Vergleich dazu deutlich stärker zu steigern. Zum Vergleich für diese Prognose zieht Siemens das um Sondereffekte bereinigte GAAP-Ergebnis von 2,639 Milliarden Euro aus 1999/2000 heran. "Die Eckdaten für das erste Quartal bestätigen, dass wir auf gutem Weg sind", sagte Vorstandschef Heinrich von Pierer.

Ohne die börsennotierte Tochter Infineon sei der Überschuss nach Steuern um 26 Prozent auf 579 Millionen Euro gestiegen, hieß es weiter. Der Chiphersteller Infineon steigerte seinen Überschuss um 50 Prozent auf 199 Millionen Euro. Operativ schnitten die Siemens-Bereiche ohne Infineon mit 1,179 Milliarden Euro insgesamt nur um 14 Prozent besser ab als ein Jahr zuvor. Der Auftragseingang stieg ohne Infineon um 31 Prozent, der Umsatz um 24 Prozent. Siemens will die derzeit 71-prozentige Beteiligung an Infineon sukzessive ganz abbauen.

Größter Ergebnisträger war der Bereich Medical Solutions (Medizintechnik), der seinen Gewinn auf 225 Millionen Euro mehr als verdoppelte. Hier habe ebenso wie bei Osram der starke Dollar einen positiven Beitrag geleistet. Dahinter folgt der Bereich Automation and Drives (A&D). Die in den letzten Jahren ertragsschwache Power Generation (Energieerzeugung) wies einen operativen Gewinn von 106 (Vorjahr 14) Millionen Euro aus. In die roten Zahlen rutschte dagegen die Automobiltechnik mit einem Verlust von 36 Millionen Euro nach einem Gewinn in gleicher Höhe ein Jahr zuvor. Auch im ganzen Geschäftsjahr sei für die einzelnen Bereiche eine unterschiedliche Entwicklung zu erwarten, hieß es.

Die Siemens-Aktie stieg im frühen Handel um 0,3 Prozent auf 151,70 Euro. Analysten sagten, die Zahlen müssten steigende Aktienkurse nach sich ziehen. Bernd Laux vom Credit Agricole sagte, Siemens habe im ersten Quartal deutlich besser abgeschnitten als er erwartet habe. Allerdings seien die Zahlen auf Grund der Umstellung auf US-GAAP schwer interpretierbar.

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