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03.01.2001

16:41 Uhr

"Es gibt keinen Grund für außergerichtliche Gespräche"

EM.TV und Haffa-Brüder wollen keinen Schadensersatz zahlen

Der krisengeschüttelte Medienkonzern EM.TV hat mögliche außergerichtliche Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe zurückgewiesen.

dpa-AFX MÜNCHEN/HAMBURG. "Es gibt keinen Grund für außergerichtliche Gespräche", sagte Firmensprecher Michael Birnbaum am Mittwoch in München. Der Zeitung "Financial Times Deutschland" zufolge kommen auf das Unternehmen, dessen Chef Thomas Haffa und den ehemaligen Finanzvorstand Florian Haffa Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe zu. Bereits in der kommenden Woche sollten die ersten Forderungen von etwa hundert geschädigten Anlegern dem Unternehmen und dem Bruderpaar vorgelegt werden, zitierte das Blatt den Münchener Anwalt Klaus Rotter. Es gehe um eine Schadenshöhe von bis zu fünf Millionen Mark.

Dem Unternehmen drohen dem Bericht zufolge weitere Schadensersatzforderungen in Höhe von bis zu zwei Millionen Mark von einer weiteren Anlegergruppe. Deren Ansprüche sollen dem Konzern bis Mitte Januar vorgelegt werden, wie die Kanzlei Tilp & Kälberer mitteilte. Der Schaden der Mandanten belaufe sich nach ersten Schätzungen auf rund zehn Millionen Mark, berichtete die Zeitung. Die außergerichtlichen Verhandlungen sollten der Übersichtlichkeit wegen aber zunächst für eine Gruppe von "20 bis 30" Anlegern geführt werden. Bei der Schutzgemeinschaft für den Wertpapierbesitz (DSW) haben sich bereits mehr als 400 betroffene Aktionäre gemeldet. Die DSW will aber den Ausgang der Ermittlungen von Staatsanwalt und Polizei abwarten, bevor Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden.

EM.TV hatte in den vergangenen Monaten mehrfach seine Erwartungen für Umsatz und Ergebnis nach unten korrigieren müssen. Daraufhin war der Aktienkurs des Unternehmens, das unter anderem Rechte an den Stoffpuppen der "Muppet Show" und an der Formel Eins hält, schwer abgestürzt. Mehrere Anleger hatten deswegen geklagt.

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