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19.01.2001

12:44 Uhr

EU-Erweiterung werde sich positiv auswirken

Eurogruppe trotz US-Konjunktur optimistisch zu Wachstum

Die Finanzminister der Eurogruppe sehen trotz der konjunkturellen Abkühlung in den USA die Wachstumsaussichten der Euro-Zone optimistisch. Der Vorsitzende der Gruppe, der belgische Finanzminister Didier Reynders, sagte am Freitag am Rande von Beratungen der EU- Finanzminister in Brüssel, die Eurogruppe werde von der US-Entwicklung nur wenig beeinflusst und könne einen realistischen Optimismus an den Tag legen.

Quelle: Handelsblatt

Reuters BRÜSSEL. Die Finanzminister der Eurogruppe sehen trotz der konjunkturellen Abkühlung in den USA die Wachstumsaussichten der Euro-Zone optimistisch. Der Vorsitzende der Gruppe, der belgische Finanzminister Didier Reynders, sagte am Freitag am Rande von Beratungen der EU- Finanzminister in Brüssel, die Eurogruppe werde von der US-Entwicklung nur wenig beeinflusst und könne einen realistischen Optimismus an den Tag legen. Bundesfinanzminister Hans Eichel sagte mit Blick auf die Erweiterung der EU, diese werde sich positiv auf Wachstum und Beschäftigung auswirken.

Die Eurogruppe war am Vorabend des Treffens der EU- Finanzminister zu Beratungen mit dem Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) , Wim Duisenberg, zusammengekommen. Mehrere Finanzminister aus den Euro-Ländern unterstrichen, dass die wirtschaftliche Abschwächung in den USA keine starken Auswirkungen auf das Wachstum in der Euro-Zone haben werde. Der niederländische Finanzminister Gerrit Zalm sagte, die wirtschaftlichen Bedingungen in der Euro-Zone seien "weiter sehr positiv". Sein finnischer Kollege Sauli Niinistö sagte, er sehe keine Anzeichen für Auswirkungen der US-Entwicklung.



US-Abschwächung wirkt sich unterproportional aus

EU-Währungskommissar Pedro Solbes sagte, eine Abschwächung des Wachstums in den USA um zwei Prozent lasse das Wachstum in der zwölf Länder umfassenden Euro-Zone um 0,15 %punkte sinken. Das Wachstum werde der Prognose der Kommission von 3,2 % in diesem Jahr entsprechen oder allenfalls "ein kleines bisschen weniger", sagte Solbes.

Reynders sprach sich am Freitag zudem erneut für eine stärkere Koordinierung in der Eurogruppe aus. So müssten Haushaltspläne der Mitgliedsstaaten bereits frühzeitig erörtert werden und eine bessere Zusammenarbeit in der internationalen Finanzarchitektur gesucht werden. Dies gelte etwa für die G7, die sieben führenden Industriestaaten. In einem belgischen Positionspapier hieß es zudem, die Rolle des Vorsitzenden der Eurogruppe als Sprecher für diese Interessengemeinschaft sollte wieder gestärkt werden. Darüber hinaus sollte eine verstärkte Kooperation zwischen den drei großen Währungsräumen ($, Yen und Euro) verfolgt werden.

Der belgische Finanzminister Didier Reynders wird das ganze Jahr über Vorsitzender der Eurogruppe sein. Schweden, das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne hat, gehört nicht der Euro-Zone an. Deshalb übt Belgien, das im zweiten Halbjahr die Ratspräsidentschaft übernimmt, jetzt schon den Vorsitz in der Euro-Gruppe aus.

Die EU-Finanzminister berieten am Freitag zunächst in öffentlicher Debatte über das Programm der schwedischen EU- Ratspräsidentschaft. Deren Finanzminister Bosse Ringholm hat die Schaffung von Arbeitsplätzen, die EU-Erweiterung und den Kampf gegen unfairen Steuerwettbewerb unter den EU-Staaten zur Priorität erklärt. Eichel begrüßte wie seine anderen EU-Kollegen das Programm und sagte, die Erweiterung werde sich positiv auf Wachstum und Beschäftigung auswirken. Dies gelte sowohl für die Beitrittskandidaten als auch die EU-Länder. Für die Erweiterung dürften keine neuen Hürden aufgebaut werden, zugleich müssten die Kriterien für einen Beitritt zur EU aber strikt eingehalten werden. Die EU verhandelt mit zwölf Ländern über einen Beitritt.

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