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30.01.2003

14:55 Uhr

EU-Kommission leitet Untersuchung ein

Milliardenkredit für France Telecom unter der Lupe

Die EU-Kommission will eine geplante Milliarden-Kreditlinie des französischen Staates für die hoch verschuldete France Telecom genauer unter die Lupe nehmen.

Reuters PARIS/BRÜSSEL. Die Kommission teilte am Donnerstag in Brüssel mit, mit dieser förmlichen Untersuchung solle ermittelt werden, ob es sich bei dem Kredit um eine Form der Staatsbeihilfe handele. Diese sind in der Europäischen Union (EU) grundsätzlich verboten, können aber in Ausnahmefällen von der Kommission genehmigt werden. Die französische Regierung hatte im Dezember mitgeteilt, indirekt bis zu neun Milliarden Euro in France Telecom pumpen zu wollen. Dies soll dem Unternehmen helfen, seine Schulden von 70 Milliarden Euro bis 2005 nahezu zu halbieren.

Das Staatsbeihilfeverfahren der EU war erwartet worden, nachdem Wettbewerbskommissar Mario Monti eine schnelle Entscheidung dazu in Aussicht gestellt hatte. Die Kommission betonte, das Ergebnis der Prüfung stehe noch nicht fest. Ein Ziel der Untersuchung sei es, der französischen Regierung und den Konkurrenten von France Telecom Gelegenheit für Stellungnahmen zu geben. Bislang habe Frankreich noch keine Informationen vorgelegt, die die Zweifel der Kommission an der Rechtmäßigkeit der Kreditlinie zerstreut hätten.

Frankreich will France Telecom unterstützen, indem dazu eigens eine Gesellschaft geschaffen wird, die den 55-Prozent-Anteil des Staates an dem Unternehmen übernimmt und dafür Schulden bei einer staatlichen Bank aufnimmt.

Die Aktien von France Telecom lagen am Donnerstag gegen den Markttrend 1,7 Prozent im Minus bei 24 Euro.

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