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30.01.2003

20:45 Uhr

EU-Kommission macht Druck

Microsoft überarbeitet „Passport“-Dienst

Der US-Softwarekonzern Microsoft hat sich nach Angaben der Europäischen Kommission zu weit reichenden Änderungen an seinem umstrittenen "Passport"-System zur Nutzeridentifikation bereit erklärt.

Reuters BRÜSSEL. "Microsoft hat zugesagt, ein umfassendes Paket von Sicherheitsmaßnahmen einzurichten, die grundlegende Änderungen des bestehenden .NET Passport-Systems enthalten", teilte die Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Die Nutzer erhielten dann mehr Informationen, um die Verwendung ihrer Daten kontrollieren zu können. Damit werde Passport wohl die Datenschutzregeln der EU erfüllen, sagte Kommissionssprecher Jonathan Todd.

Eine Arbeitsgruppe von EU-Datenschützern werde Passport aber weiterhin unter die Lupe nehmen. Die Experten würden vor allem Werbedienste beim Microsoft-eigenen E-Mail-Service Hotmail und den Gebrauch der von Nutzern erhobenen Daten beobachten. Aber auch andere Internet-Identifikationssysteme stünden im Blick der Experten wie die so genannte Liberty Alliance, an der auch der Computerkonzern Sun Microsystems beteiligt ist. Microsoft-Mitgründer Bill Gates war am Donnerstag in Brüssel, wollte aber Fragen von Journalisten zu dem Thema nicht beantworten.

Bei Passport registrierte Computeranwender können verschiedene Dienste im Internet nutzen, ohne bei diesen ihre persönlichen Daten jeweils neu eingeben zu müssen. Dazu werden private Daten, darunter auch Kreditkartennummern, zentral auf Computern von Microsoft gespeichert und für andere Kunden freigegeben. Der US-Softwarekonzern hatte diesen Service eingeführt, um etwa Einkäufe im Internet zu erleichtern. Das System wird jedoch von Datenschützern zum Teil scharf kritisiert, weil es sensible private Daten sammle. Im vergangenen Sommer hatte sich Microsoft bereits mit der US-Kartellbehörde auf eine Überarbeitung von Passport geeinigt.

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