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26.01.2001

12:58 Uhr

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EU untersucht Preisabsprachen bei CDs

Die Europäische Kommission ermittelt wegen möglicher Kartellverstöße gegen die fünf größten Musikkonzerne der Welt.

Reuters HAMBURG/BRÜSSEL. Die Europäische Kommission ermittelt wegen möglicher Kartellverstöße gegen die fünf größten Musikkonzerne der Welt. Die Kommission untersuche derzeit, ob die Firmen sich bei den Preisen für Musik-CDs abgesprochen hätten, sagte eine Kommissions-Sprecherin am Freitag in Brüssel. Die Ermittlungen seien aber noch in einer sehr frühen Phase; es gebe noch keine Beweise. Untersucht werden sollten BMG, EMI, Warner Music, Vivendi Universal und Sony Music. BMG mit Hauptsitz in New York gehört zum Gütersloher Bertelsmann-Konzern.

Die Untersuchungen konzentrierten sich vor allem auf Beziehungen der Firmen zum Handel, sagte die Sprecherin weiter. Die Kommission wolle sich an der Untersuchung der US-Kartellbehörde FTC orientieren, die den Unternehmen vorgeworfen hatte, CDs zu überhöhten Preisen angeboten zu haben. Die Untersuchung der Federal Trade Commission (FTC) ging im vergangenen Jahr mit einer außergerichtlichen Einigung zu Ende.

CDs sind in Europa teurer als in den USA

Die "Financial Times" hatte zuvor berichtet, die FTC habe die europäischen Beamten über ihre Bedenken informiert. CDs sind in Europa teurer als in den USA. Neuerscheinungen kosten in Deutschland meist zwischen 20 und 40 Mark.

Die "Financial Times" hatte weiter berichtet, der Verdacht auf Preisabsprachen in der Musikbranche sei bei Untersuchungen der EU zu der im vergangenen Jahr geplanten Fusion von EMI mit Warner Music aufgekommen. Wegen des Widerstands der EU-Kommission wurde dieser Plan nach monatelangen Verhandlungen vorerst aufgegeben. Jetzt verhandelt EMI mit Bertelsmann über einen Zusammenschluss mit BMG. Kartellrechtliche Fragen sollen auch hier im Mittelpunkt stehen.

Bisher keine Anfrage von Bertelsmann und BMG

Die Bertelsmann AG in Gütersloh und BMG Deutschland in München haben eigenen Angaben zufolge bisher keine Anfrage der EU-Kommission erhalten.

Gelingt es der EU-Kommission, ein illegales Kartell nachzuweisen, kann sie gegen die Firmen theoretisch Strafen in einer Höhe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes verhängen. Sie hat dieses Strafmaß aber noch nie voll ausgeschöpft.

BMG erwirtschaftete im Geschäftsjahr 1999/2000 mit knapp 4,8 Mrd. Euro den größten Anteil (rund 28 %) am Gesamtumsatz des Konzerns.

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