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04.01.2001

20:00 Uhr

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Euro erholt sich von Vortagesverlusten

Am frühen Abend notierte die Gemeinschaftswährung mit 0,9482/89 $ und kostete damit etwa so viel wie vor der Fed-Zinssenkung.

Reuters NEW YORK. Der Euro hat am Donnerstag seine am Vorabend in Folge der überraschenden Zinssenkung der US-Notenbank Fed erlittenen Verluste wieder wettgemacht. Am frühen Abend notierte die Gemeinschaftswährung mit 0,9482/89 $ und kostete damit etwa so viel wie vor der Fed-Zinssenkung. Auf die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Zinsen unverändert zu lassen, reagierte der Euro am Nachmittag mit leichten Kursgewinnen. Generell habe der Fed-Zinsschritt an der Aussicht auf eine US-Wirtschaft, die schneller als die Euro-Zone abkühlt, nach Analystenansicht nichts geändert. Diese Einsicht habe den Euro gestärkt, nachdem die überraschende Zinssenkung von den Märkten verdaut worden sei. Am Vorabend war der Euro um fast zwei Cents gefallen.

Die EZB hatte den Referenzkurs am Mittag in Frankfurt mit 0,9458 (Vortag: 0,9530) $ angegeben. Die New Yorker Schlussnotiz am Vortag lautete 0,9276/80 $.

Die US-Notenbank hatte am Mittwochabend (MEZ) überraschend die Leitzinsen gesenkt und dies mit der schwachen konjunkturellen Verfassung der US-Wirtschaft begründet. Ihren Zielsatz für Tagesgeld nahm die Fed um 0,5 %punkte auf 6,0 % zurück. Der EZB-Rat ließ den Leitzins für die Eurozone am Donnerstag erwartungsgemäß unverändert bei 4,75 %.

Händler hatten vor allem die Kurssprünge an den US-Aktienmärkten für den Kursrutsch des Euro in Folge der US-Zinskürzung verantwortlich gemacht. Die Investoren am Devisenmarkt waren sich jedoch zunehmend unsicher, ob die überraschende Zinssenkung die Furcht vor einer harten Landung der US-Wirtschaft vertreiben könne. "Während der Zinsschritt in den USA bei vielen mit einem Seufzer der Erleichterung aufgenommen wurde, war der Eindruck anderswo, das es eher ein panikartiger Schritt war", sagte Eric Nickerson von der Bank of America in New York. Insgesamt spreche die Stimmung daher eher für weitere Kursgewinne des Euro. Die Analysten der DG-Bank schrieben hierzu in einem Marktkommentar: "Marktteilnehmern wird bewußt, dass die Fed mit der schnellen und deutlichen Zinssenkung ihre Besorgnis über die US-Konjunktur zum Ausdruck bringt."

Weitere Aufschlüsse über die Entwicklung der US-Wirtschaft erwarteten die Marktteilnehmer vor allem von den am Freitag um 14.30 Uhr MEZ anstehenden Arbeitsmarktzahlen für Dezember. Den Zahlen käme große Bedeutung zu, da diese recht klare Schlüsse über den derzeitigen Zustand der Wirtschaft zuließen, sagten Händler. Von Reuters befragte Volkswirte gehen im Durchschnitt von 102 000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft und einem Anstieg der Erwerbslosenquote auf 4,1 von 4,0 % aus.

Auch die Entscheidung der EZB, die Leitzinsen unverändert zu lassen, gab dem Euro Händlern zufolge Unterstützung. Analysten begründeten dies mit dem schrumpfenden Zinsabstand zwischen den USA und Europa, der Investitionen in Euro attraktiver mache.

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