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06.01.2003

11:48 Uhr

Euro kostet wieder weit über 1,05 Dollar

Dollar wieder stärker unter Druck

Der Dollar ist am Montag Analysten zufolge angesichts zunehmender Sorgen über einen Irak-Krieg wieder unter Druck geraten und hat zum Euro sowie zum Yen nachgegeben.

Reuters LONDON. "Die geopolitischen Bedenken werden intensiver und verschlechtern die Stimmung für den Dollar weiter", sagte Devisenanalyst Mitul Kotecha von Credit Agricole Indosuez. "Die Märkte glauben, dass der Zeitpunkt militärischen Handelns näher rückt." Aussagen des japanischen Finanzministers Masajuro Shiokawa bremsten unterdessen die Kursverluste des Dollar, da sie eine Intervention des Ministeriums am Devisenmarkt wahrscheinlicher machten, hieß es weiter.

Der Euro notierte gegen 10.50 Uhr MEZ mit 1,0564/69 Dollar nach einem Schlusskurs von 1,0426/30 Dollar am Freitagabend in New York. Zum Yen wurde der Dollar mit 118,93/98 Yen nach 119,62/70 Yen in New York gehandelt.

Am Wochenende hatten Truppenbewegungen der USA und Großbritannien die Erwartungen genährt, ein Angriff gegen Irak könnte kurz bevorstehen. Nach Informationen der Tageszeitung "USA Today" haben mehr als 10 000 US-Soldaten den Befehl erhalten, sich für eine Verlegung an den Golf bereitzuhalten. "Die Kriegsängste belasten weiterhin den Dollar. Der Markt ist aber auch beunruhigt über die zukünftige Entwicklung der US-Konjunktur", sagte Takashi Toyahara, Devisenmanager von Nomura Securities.

Der japanische Finanzminister Masajuro Shiokawa hatte den Yen in einem Interview als zu stark bezeichnet und gesagt, eine Korrektur sei eine natürliche Sache. Japan strebt eine zum Dollar schwächere Landeswährung an, um die eigene Exportwirtschaft zu begünstigen.

Konjunkturdaten aus Deutschland und der Euro-Zone signalisierten am Montag eine im Dezember anhaltende Schwäche im Dienstleistungssektor. Der Abwärtstrend in der deutschen Branche beschleunigte sich vor allem wegen der schwachen Binnenkonjunktur. Der Reuters-Service-Index für Deutschland sank saisonbereinigt auf 45,4 von zuvor 45,6 Punkten. Damit signalisierte der Index den fünften Monat in Folge eine abnehmende Geschäftstätigkeit. Analysten hatten mit einem geringfügigen Anstieg des Indexes auf 45,8 Punkte gerechnet. Indexwerte unter 50 Punkten signalisieren einen Rückgang, Werte darüber ein Wachstum der Geschäftstätigkeit. In der Euro-Zone stagnierte die Geschäftstätigkeit vor allem wegen der schlechten Lage in Deutschland. Der Reuters-Service-Index für die Euro-Zone gab saisonbereinigt leicht nach auf 50,6 von 50,8 Punkten. Analysten hatten im Schnitt mit einem minimalen Anstieg des Indexes auf 50,9 Zähler gerechnet. Während das Geschäft in Deutschland - dem größten Land des Währungsgebiets - zurückging, verzeichnete der Sektor in Italien, Frankreich und Spanien ein deutliches Wachstum.

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