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11.01.2001

16:41 Uhr

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Euro-Renten erholen sich wieder

"Nach den Rückschlägen der vergangenen drei Tage sind viele Anleger bei niedrigem Niveau wieder eingestiegen", sagte ein Marktteilnehmer.

rtr FRANKFURT. Die europäischen Zinsfutures haben sich am Donnerstagnachmittag nach den Kursverlusten am Mittwoch wieder deutlich erholt. Die Kursgewinne waren Händlern zufolge jedoch vor allem technisch bedingt.

Die Veröffentlichung der etwas besser als erwarteten deutschen Wachstumszahlen für 2000 hätten sich nicht unmittelbar auf die Euro-Renten ausgewirkt. Vom wieder deutlich festeren Euro seien dagegen positive Impulse ausgegangen. Wegen weiter trüber Aussichten für die Aktienmärkte und günstiger Perspektiven für die Gemeinschaftswährung ist der generelle Aufwärtstrend am Rentenmarkt Analysten zufolge ungebrochen.

Der Euro-Bund-Future notierte gegen 16.15 Uhr MEZ mit 26 Ticks im Plus bei 109,08 Punkten, nachdem er am Vormittag bereits auf ein vorläufiges Tageshoch von 109,25 geklettert war. Der Bobl-Future rückte um 27 Stellen vor auf 106,12 Zähler. Am kurzen Ende notierte der Schatz-Future zehn Ticks im Plus bei 102,81 Punkten. Die zehnjährige Bundesanleihe Januar 2011 notierte mit 103,82 % nach 103,55 % am Vorabend und rentierte auf dem aktuellen Niveau mit 4,752 %. Zur Kasse wurde das Papier mit 103,73 (103,76) ermittelt.

Anleihen- und Pfandbrief-Neuemissionen im Volumen von 8,3 Mrd. Euro hatten die Euro-Renten am Mittwoch nach Händlerangaben deutlich ins Minus rutschen lassen. Zudem nehme an den Märkten immer mehr die Erwartung ab, die Europäische Zentralbank (EZB) könnte schon sehr bald die Leitzinsen senken. Das habe die Kurse am Mittwoch zusätzlich gedrückt. "Doch diese leichte Atempause war nach den übertriebenen Kurssteigerungen der Vorwochen gesund", sagte ein Händler. Die schnelle Erholung zeige den weiter intakten Aufwärtstrend der Euro-Renten. "Ich bin vorsichtig positiv gestimmt," sagte Thomas Anthonj von ABN Amro in Amsterdam. So lange sich der Bund-Future oberhalb von 107,30-37 Punkten bewege, sei der Aufwärtstrend intakt, fügte er hinzu.

Von der Erholung des Euro sind die europäischen Staatsanleihen Händlern zufolge zusätzlich getragen worden. Die Gemeinschaftswährung kletterte im Tagesverlauf zum Vortagesschluss um knapp eineinhalb US-Cent auf über 0,95 $. Gegen 16.00 Uhr MEZ lag der Euro bei 0,9510/15 $.

Die am Vormittag veröffentlichten deutschen Wachstumszahlen hatten Händlern zufolge dagegen keinen unmittelbaren Einfluss auf die Euro-Renten. "Die Zahlen kommen nach den bereits starken Arbeitsmarktdaten in dieser Woche. Aber der Markt ist bereits ein wenig zurückgefallen, so dass von den Wachstumszahlen kein so großer Einfluss mehr auf die Kurse ausgeht," sagte ein Händler.

Das Bundesfinanzministerium und das Statistische Bundesamt hatten am Morgen mitgeteilt, die deutsche Wirtschaft sei im vergangenen Jahr mit einer Rate von 3,1 % gewachsen und damit fast doppelt so stark wie 1999 mit 1,6 %. Das entspricht dem stärksten Wachstum in Deutschland seit 1991. Die Produktivität sei um 1,5 nach 1,1 % im Vorjahr gestiegen.

Die Kurse der börsennotierten Anleihen notierten am Donnerstag im Kassa-Vergleich mehrheitlich leichter. Während acht der gehandelten Papiere bis zu 0,025 % zulegten, gaben 73 Papiere bis zu 0,30 %punkte nach. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen stieg auf 4,75 (4,74) Prozent. Die Bundesbank kaufte in Frankfurt zum Marktausgleich per saldo Anleihen im Volumen von 157,3 (Vortagskäufe 160,0) Mill. Euro. Der Rex-Rentenindex gab um 0,01 % auf 112,8901 Punkte nach.

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