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09.01.2003

11:53 Uhr

Euro-Wechselkurs belastet Konzern

Daimler-Chrysler bekräftigt Gewinnerwartungen

Der deutsch-amerikanische Autohersteller Daimler-Chrysler hält an seinen Gewinnprognosen für 2002 fest. Der operative Gewinn habe im abgelaufenen Jahr wie prognostiziert wohl über fünf Mrd. ? gelegen, der Konzernumsatz bei nahezu 150 Mrd. ?, bekräftigte Finanzvorstand Manfred Gentz am Mittwochabend (Ortszeit) auf einer Analystenkonferenz in Detroit die eigenen Erwartungen.

Reuters DETROIT. Angesichts eines operativen Ergebnisses von 4,7 Mrd. ? in den ersten neun Monaten hatten Analysten die Prognose als zu zaghaft bezeichnet und halten auch ein operatives Ergebnis von sechs Mrd. ? für möglich. Unterdessen macht das milliardenschwere Loch in den Pensionskassen des Stuttgarter Konzerns Gentz erklärtermaßen keine Sorgen. Wegen der weltweit schwachen Börsen kommen auf Daimler-Chrysler 2003 um 700 Mill. ? höhere Aufwendungen für die eigenen Pensionskassen zu.

Gentz hatte im Oktober den Konzernumsatz für das vergangene Jahr auf 150 Mrd. ? taxiert. Dass diese Zahl nunmehr wohl nicht ganz erreicht wurde, führen Analysten auf die für Daimler-Chrysler ungünstige Entwicklung des Euro-Wechselkurses zurück. 2001 hatte der Konzern 152,9 Mrd. ? umgesetzt.

Die Pensionskassen für die Mitarbeiter von Daimler-Chrysler in Deutschland und vor allem in den USA waren nach Angaben von Gentz Ende 2002 mit 5,6 Mrd. ? unterfinanziert. Zwei Drittel davon entfielen auf Chrysler in den USA. "Die Situation ist nicht kritisch", beruhigte der Finanzvorstand in Detroit die Analysten. Ursprünglich hatte Daimler-Chrysler nur mit einer Deckungslücke von vier Mrd. ? gerechnet.

Im vergangenen Jahr hat Daimler-Chrysler die Pensionskassen bereits mit 1,1 Mrd. ? gestützt. Auf das Ergebnis wirke sich das nicht aus, hieß es. 4,6 Mrd. ? der Unterdeckung sollen durch Rückstellungen in der Bilanz ausgeglichen werden, die mit dem Eigenkapital verrechnet werden. Solange die Börsen auf dem gegenwärtig niedrigen Niveau verharrten, sei allerdings mit höheren Kosten für die Pensionsverpflichtungen zu rechnen. 2003 gehe DaimlerChrysler von einer Steigerung von rund 700 Mill. ? aus.

Die Pensionsfonds sind üblicherweise sehr stark in Aktien investiert und haben deshalb unter der Börsenflaute gelitten. In den USA verzeichneten die Fonds Wertverluste von 8,5 % und in Deutschland von 14,4 %. Daimler-Chrysler ist unter den großen Autobauern auf dem US-Markt nicht der einzige mit großen Deckungslücken in der Pensionskasse. Den Konkurrenten General Motors und Ford geht es ähnlich.

Die Daimler-Chrysler-Aktie gab am Donnerstag in einem leichteren Gesamtmarkt 2,3 % auf 28,80 ? nach und bewegte sich damit im negativen Trend des gesamten Autosektors.

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