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29.01.2001

14:19 Uhr

Reuters FRANKFURT. Der Euro hat am Montag im Vorfeld der in den kommenden Tagen erwarteten Zinsentscheidungen in den USA und der Euro-Zone etwas nachgegeben und ist unter die Marke von 92 US-Cents gefallen. Die Devisenmärkte warteten derzeit vor allem auf das Zinstreffen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am 30./31. Januar und seien daher etwas nervös, sagten Händler. "Wir müssen warten, wie die Federal Reserve reagiert bevor wir auf irgendetwas wetten", sagte Naoto Onuma von Mitsubishi Corp. Vor diesem Hintergrund sei den derzeitigen Kursbewegungen keine große Bedeutung beizumessen. Analysten rechnen mehrheitlich mit einer erneuten US-Leitzinssenkung um 50 Basispunkte. In der Euro-Zone wird dagegen keine Zinsänderung erwartet. Unsicher sind sich die Volkswirte jedoch, wie die Devisenmärkte auf eine mögliche Fed-Zinssenkung reagieren werden.

Im Referenzkursverfahren öffentlicher Banken wurde der Euro am Mittag mit 0,9185 (0,9273) $ ermittelt. Der Dollar verteuerte sich damit auf 2,1294 (2,1092) Mark. Gegen die japanische Währung wurde der Euro mit 107,12 Yen festgestellt nach 108,28 Yen am Vortag. Gegen 14.00 Uhr MEZ notierte der Euro mit 0,9193/97 $ gut einen Drittel unter seiner Schlussnotiz am Freitag in New York von 0,9232/37 $. Die US-Devise notierte zum Yen mit 116,55/58 Yen nach 117,35/45 Yen am Vorabend in New York.

Unsicherheit, ob eine Zinssenkung dem Dollar helfen kann

Nachdem Fed-Präsident Alan Greenspan in der vergangenen Woche gesagt hatte, das BIP-Wachstum in den USA sei möglicherweise derzeit auf fast null Prozent geschrumpft, rechneten Analysten nun wieder fest mit einer weiteren kräftigen Leitzinssenkung von 50 Basispunkten in den USA. Unklar sei jedoch die Reaktion der Wechselkurse auf diesen Entscheid. "Ich bin mir nicht sicher, ob eine Zinssenkung dem Dollar helfen wird. Es kommt darauf an, wie die Aktienmärkte in den USA reagieren", sagte ein Devisenhändler. Sollten die Aktien mit großen Gewinnen reagieren, würde dies den $ beflügeln und den Euro schwächen. Tendenziell schwächt jedoch eine Zinssenkung die Währung eines Landes, da dadurch die Kapitalnachfrage in der entsprechenden Währung sinkt.

Andere Marktteilnehmer sagten dagegen, eine Zinssenkung um einen halben Prozentpunkt in den USA sei bereits in die Kurse eingepreist. Es sei deshalb nur mit Bewegung zu rechnen, wenn das Ergebnis der Fed-Sitzung anders als erwartet ausfalle. Zudem könnten sich die Währungshüter in ihrer nach dem Zinsentscheid erwarteten Stellungnahme erneut pessimistisch zu den US-Konjunkturaussichten äußern, hieß es. Entscheidend für den Kurs des Euro zum $ sind Händlern zufolge neben der Fed-Sitzung auch die für Mittwoch anstehenden Daten zum US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das vierte Quartal 2000 sowie der US-Arbeitsmarktbericht für Dezember am Freitag.

Vom Ratstreffen der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag erwartet die Mehrheit der Analysten keine Leitzinssenkung. "Dies sollte den Euro stärken, da es ein Zeichen für Stabilität wäre", sagte ein Händler. Die EZB war Händlern zufolge in den vergangenen Wochen unter Zinsanpassungsdruck geraten, nachdem die Fed den Leitzins Anfang Januar überraschend um 50 Basispunkte gesenkt hatte. Die deutliche Konjunkturabkühlung in den USA könnte das Wachstum in Europa stärker als erwartet zügeln, hatte es von einigen Volkswirten geheißen. Führende EZB-Ratsmitglieder hatten jedoch in den vergangenen Tagen betont, die EZB sei nicht abhängig von den Entscheidungen der Fed und es sei noch zu früh für eine Zinssenkung. Analysten gehen nun mehrheitlich davon aus, dass die EZB zunächst eine abwartende Haltung einnimmt.

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