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25.06.2000

21:00 Uhr

Die Zahl der eigenständigen europäischen Automobilanbieter geht von Jahr zu Jahr zurück. Größe und hohe Stückzahlen gelten in der Branche als die Trümpfe, die das Überleben sichern. Die Konsolidierung wird in den nächsten Jahren weitergehen ( >>Tabelle ).

Fiat scheint seine Selbstständigkeit durch die Kapitalverflechtung mit dem US-Konzern General Motors (GM) zunächst einmal gesichert zu haben. GM übernimmt 20% von Fiat Auto, im Gegenzug bekommen die Italiener gut 5% der Aktien des US-Konzerns.

Doch kaum jemand glaubt, dass es dabei bleibt. "In ein paar Jahren kommt auch der Rest von Fiat zu uns", sagt ein hochrangiger GM-Manager. Verlöre Fiat-Familienpatriarch Agnelli seinen Einfluss, werde GM nicht mit der Übernahme warten. Gerade die letzten Familienunternehmen sind besonders unter Druck. Außer bei Fiat gibt es auch bei BMW und bei Peugeot Fragezeichen, ob sie ihre Eigenständigkeit bewahren können. Bei BMW betont die Aktionärsfamilie Quandt (fast 50% der Anteile) zwar immer wieder, dass an einen Verkauf der Aktien nicht gedacht sei. Doch in ein bis zwei Jahren könnte die Trennung von BMW für die Quandts extrem lukrativ werden: wenn das deutsche Steuerrecht geändert worden ist und die Erträge eines solchen Verkaufs nicht mehr zu großen Teilen beim Fiskus landen.

In Frankreich ist es im Moment wieder etwas ruhiger um einen möglichen Verkauf von Peugeot geworden. Insbesondere die Familie Peugeot hatte wie die Quandts regelmäßig erklärt, an einen Verkauf der knapp 30% sei nicht zu denken. Allerdings hat die Familie im Moment den Vorteil, dass das sich das Unternehmen mit den Marken Peugeot und Citroën in einer starken Phase befindet.

"Doch in vielen europäischen Ländern normalisiert sich die Nachfrage", warnt Ulrich Winzen vom Essener Prognose Marketing Systems-Institut für dieses Jahr. Für ein Unternehmen wie Peugeot könnte das ein Alarmsignal sein. Auch die Zukunft von BMW und Fiat ist keineswegs gesichert. Nur wer die nächste Krise durchsteht, hat den entscheidenden Härtetest bestanden.

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