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23.06.2000

21:00 Uhr

In der europäischen Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie kehrt Ruhe ein. Aus einer Reihe mittelgroßer Unternehmen ist eine Hand voll Großunternehmen hervorgegangen, die nicht nur die Größe erreicht haben, um mit den US-Giganten zu konkurrieren. Die Regierungen beiderseits des Atlantiks müssen nun Wege suchen, um die Kooperationen ihrer Verteidigungs- und Luftfahrtunternehmen zu ermöglichen.

Zunächst allerdings müssen sich die neuen europäischen Giganten - die britische BAE Systems Plc, die European Aeronautic Defense & Space Co. (EADS) französisch-deutsch-spanischen Ursprungs sowie die französische Thomson-CSF - selbst noch an ihre neue Größe gewöhnen. BAE ist nun das weltweit zweitgrößte Verteidigungsunternehmen, EADS rangiert auf Platz zwei der Luftfahrtunternehmen. ( >>Tabelle ) BAE, EADS und Thomson, die "großen Drei" in Europa, sind überdies durch mehrere Gemeinschaftsunternehmen miteinander verflochten, was die europaweite Kooperation untermauert.

Durch Airbus ist BAE an die EADS gebunden, ebenso an den Raketenhersteller Matra-BAE Dynamics. Thomson wiederum ist wichtiger Zulieferer für fast alle europäischen Luftfahrtunternehmen. Als nächster Schritt werden nun transatlantische Verbindungen erwartet, die die Funktionstüchtigkeit der Nato erheblich verbessern könnte.

Eine europäisch-amerikanische Fusion erwartet freilich noch niemand, denn solche Pläne würden den Politikern beiderseits des Ozeans Kopfschmerzen bereiten. Aber Joint Ventures und Kooperationen bahnen sich an. Schon jetzt kooperiert BAE mit Boeing und Lockheed; EADS knüpft Kontakt mit Northrop Grumman. Und sowohl Lockheed als auch Thomson haben enge Kontakte zu Raytheon. Da nun alle Beteiligten bei ihren jeweiligen Regierungen für eine Lockerung der Sicherheitsauflagen eintreten, ist es nach Meinung der Branchenbeobachter nur eine Frage der Zeit, bis die Verbindungen enger werden. Sobald einer den Anfang macht, wird eine transatlantische Konsolidierung einsetzen.

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