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23.06.2000

21:00 Uhr

Der Mineralölindustrie geht es so gut wie lange nicht mehr: Mit einiger Schützenhilfe der Opec haben die großen Ölunternehmen ihren Umsatz verdoppelt. Und der Ölpreis steigt noch immer. Damit kann sich die Industrie von der Misere der letzten Jahre erholen, als der Mineralölpreis auf einem bis dato unerreicht niedrigen Niveau dahindümpelte und die Unternehmen in eine massive Konsolidierung beiderseits des Atlantiks zwang. In kaum mehr als einem Jahr fusionierten Exxon und Mobil zu Exxon-Mobil, der größten börsennotierten Ölgesellschaft der Welt; British Petroleum tat sich zunächst mit Amoco zu BP Amoco zusammen und übernahm dann noch Atlantic Richfield. ( >>Tabelle ) Die französische Total fusionierte erst mit der belgischen Petrofina und jüngst noch mit Elf Aquitaine zu Total-Fina-Elf. Und die spanische Repsol nahm sich die argentinische YPF zum Partner.

Die Ölgiganten, die aus dieser Fusions- und Übernahmewelle hervorgegangen sind, stehen nun allerdings vor einem neuen Problem: Die Investoren tun sich schwer mit diesen Mammutfirmen. Denn um eine Rendite zu erwirtschaften, die einer Marktkapitalisierung in dreistelliger Milliardenhöhe angemessen ist, sind enorm teure Großprojekte erforderlich. Und vor denen scheuen sich sogar die Ölgiganten, zumal die meisten von ihnen noch immer damit beschäftigt sind, die Integration nach den Fusionen zu bewerkstelligen. Von neuen Investitionen ist nichts zu spüren. Shell-Chef Mark Moody-Stuart warnt bereits, dass die heutigen hohen Ölpreise sich schon bald verhängnisvoll auswirken werden. Denn angesichts der hohen Preise und Profite erschließen die Unternehmen neue Ressourcen, wodurch die rigide Förderpolitik der Opec untergraben wird.

Noch aber horten die Ölmultis das Bargeld. Dabei ist jetzt die Zeit für wichtige Weichenstellungen. Denn in Folge der Deregulierung der Energiemärkte teilen nun private Energieunternehmen und die bisher staatlich kontrollierten Monopolisten den neu geöffneten Energiemarkt unter sich auf.

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