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25.06.2000

21:00 Uhr

Wer übernimmt wen? Diese Frage wird Europas Telekom-Konzerne auch in den kommenden Monaten beschäftigen. Firmen wie die Deutsche Telekom und France Télécom, Telefónica und British Telecom suchen nach immer stärkerer europaweiter Präsenz. Auch die Übernahme von Mannesmann durch Vodafone diente vor allem dem Ziel, europaweit flächendeckend vertreten zu sein ( >>Tabelle ).

War es zunächst der beginnende Wettbewerb, der die einstigen Staatsmonopolisten neue Märkte außerhalb ihres Heimatlandes entdecken ließ, beschleunigen heute das Internet und die Entwicklung mobiler Datenkommunikation die Internationalisierung. Im Mobilfunk rechnen die Marktforscher von Durlacher Research mit dem Entstehen einer Vielzahl von mobilen E-Commerce-Services. Bis 2003 werde ein neuer europaweiter Markt mit 23,6 Mrd. Euro Umsatz entstehen. Der Einstieg wird jedoch teuer für die Unternehmen. Den technologischen Qualitätsschub soll die neue Multimedia-Mobilfunktechnik nach dem UMTS-Standard bringen. Die Lizenzen, die in Ländern wie Großbritannien und Deutschland versteigert werden, kosten Milliarden. Telekom-Chef Ron Sommer, dessen Unternehmen bereits knapp 7 Mrd. Euro für eine britische Lizenz zahlte, hält Branchenschätzungen, nach denen die Telekom insgesamt 25 Mrd. Euro für UMTS-Lizenzen wird zahlen müssen, für realistisch. Die hohen Investitionen - denn zum Lizenzpreis kommen die Kosten für den Netzaufbau hinzu - erhöhen den Druck hin zu Fusionen.

Auf der Seite des Internetgeschäfts werden die Anbieter auf den bisher getrennten Feldern technischer Zugang (Telekoms), Internet-Service-Provider und Inhalteanbieter zunehmend in Konkurrenz zueinander treten. Internet-Service-Provider und Onlinedienste werden so ebenfalls zu beliebten Übernahmekandidaten für große Telekomdienstleister. Die Telekommunikation gilt europaweit als lukrativer Markt. Bei der Frage "Wer übernimmt wen?" geht es auch darum, ein möglichst großes Stück an den Wachstumsmärkten Mobilfunk und Online-Dienste zu bekommen.

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