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25.01.2005

07:36 Uhr

Europäer nutzen Abwesenheit der US-Politprominenz

Davos ist ein Muss für die Eliten der Welt

VonChristoph Rabe

Die Europäer nutzen die Gunst der Stunde. Das Vakuum, das durch die Abwesenheit der amerikanischen Politikprominenz beim Treffen des Weltwirtschaftsforums in Davos entsteht, füllen die Staatsmänner aus der EU und solche, die es werden wollen: Frankreichs Präsident Jacques Chirac und der britische Premier Tony Blair, Bundeskanzler Gerhard Schröder und der frisch gekürte ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko.

DAVOS. Das Forum hat nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Hier kann Blair seine Visionen für Klimaschutz und Afrika-Politik ausbreiten, hier will Schröder eine Lanze für deutsche Reformpolitik brechen, hier geht es um die "Verantwortung angesichts harter Entscheidungen".

Mehr als 2 200 Teilnehmer reisen in diesem Jahr nach Davos, um teilzuhaben an einem Prozess, mit dem Forumsgründer Klaus Schwab "die Welt verbessern will". Die Themen gibt die globale Agenda her: Flutkatastrophe in Asien, Irak und Terrorismus, Lage der Weltwirtschaft und soziale Verantwortung von Unternehmen, Führungsanspruch Amerikas und Europas Reaktion darauf. Zwölf Kernthemen haben die Veranstalter für die Debatten tagsüber identifiziert. Für Unterhaltung am Abend sorgen Bolschoi-Theater, Begegnung mit dem Schauspieler Richard Gere und die zahllosen Empfänge, Cocktails und Jam Sessions.

Davos ist zu einem Dauerbrenner geworden. Und damit das so bleibt, streut dessen Erfinder Schwab immer wieder neue Anregungen unter das Publikum. Das World Economic Forum hat sich mittlerweile einen eigenen Think Tank zugelegt und der liefert in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit Merrill Lynch eine Studie über die großen Risikoszenarien, auf die sich die Geschäftswelt einstellen muss. Irak, wen wundert es, steht auf Rang eins der kritischen Top Ten, gefolgt von Terror. Aber auf Platz drei und vier tauchen schon Themen auf, die vor allem die Manager ansprechen dürften: aufkommende Fiskalkrisen und Versorgungsengpässe beim Öl.

Eines ist sicher: Nach vier Tagen ausgiebigem Diskutieren, Präsentieren und Zelebrieren hat Davos den meisten wieder eine Botschaft auf den Weg gegeben: Das Forum ist ein Muss für die Eliten der Welt. Nicht nur, um die Welt zu verbessern und nicht nur für die Europäer.

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