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12.01.2001

19:13 Uhr

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Europäische Börsen mehrheitlich fester dank TMT-Titel

An fast allen europäischen Börsen haben die Aktienwerte die Woche freundlich ausklingen lassen. Mit Ausnahme der Schweizer Börse haben Händlern zufolge Kurszuwächse bei Technologie-, Medien- und Telekommunikationswerten (TMT) den Börsenbarometern Auftrieb gegeben. Verlassen wurden von den Anlegern dagegen die traditionellen Werte, wovon der Schweizer Markt Händlern zufolge belastet wurde.

Reuters LONDON. Als wichtiges Signal werteten die Anleger nach Angaben von Händlern, dass die US-Technologiebörse Nasdaq auf negative Unternehmenzahlen nicht mehr mit Kursabschwüngen reagiere. Die Stimmung habe sich aufgehellt, sagten die Händler von den Finanzplätzen.

Ebenfalls im Aufwind präsentierten sich am Freitag die Energie-Werte, die Händlern zufolge von steigenden Ölpreisen und dem Ausblick auf eine mögliche Drosselung der Fördermengen profitierten.

In New York pendelte der US-Technologieindex Nasdaq Composite um sein Vortagesniveau und notierte gegen Börsenschluss in Europa um 0,21 % höher bei 2645 Punkten. Der Dow Jones lag zur gleichen Zeit 0,65 % im Minus bei 10 536 Zählern. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz gewann bis zum Abend 0,84 % auf 4477 Punkte. Der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) legte um rund ein Prozent auf 4736 Punkte zu.



LONDON - Von TMT-Rally beflügelt

An der Londoner Börse kletterte der FTSE-Index beflügelt von TMT-Werten um 0,83 % auf 6165,5 Punkte. Profitieren konnte der Markt Händlern zufolge auch von den schwergewichtigen Öl-Titeln, die kräftig zulegten. BP Amoco verbesserte sich um 1,74 % auf 554 Pence, Shell-Aktien schlossen die Sitzung 1,67 % höher bei 549 3/4 Pence. Ein Plus von 4,08 % verzeichnete Indexschwergewicht Vodafone. Das Technologieunternehmen Logica gewann 6,67 % auf 1604,36 Pence dazu und die Papiere von Sage kletterten um rund vier sechs Prozent auf 339,51 Pence. Aktien des Informationskonzerns Reuters gingen 6,35 % höher bei 1088 Pence aus dem Handel.



ZÜRICH - Gegen den Trend schwächer

Kursabschläge bei Titeln der traditionellen Branchen haben am Freitag die Schweizer Börse belastet. Händler sagten, im Sog der Gewinne an den Wachstumsbörsen seien die Substanzwerte unter Druck geraten, die im Vorjahr den Markt gezogen hätten. Der Standardwerteindex SMI fiel 0,37 % auf 7848,2 Punkten. Nestle und Roche verloren über ein Prozent. Hier hätten sich vor allem ausländische Marktteilnehmer verabschiedet, sagten Händler. ABB setzten zunächst zu einer zaghaften Erholung an, die aber rasch wieder durch kräftige Abgaben abgelöst wurde. Bereits am Vortag waren ABB eingebrochen. Sie verloren 1,19 % auf 165,50 sfr. Bei Roche hätten die Gerüchte um eine bevorstehende Übernahme, sei dies nun Schering oder Teile von Bayer, für Druck gesorgt, sagte ein Händler. Roche sackten um 1,87 % auf 15 255 sfr ab und Nestle um 0,91 % auf 3394 sfr.



PARIS - Im Aufwärtstrend

Die französische Aktienwerte haben sich bei Kursgewinnen der France Telecom freundlich präsentiert. Der CAC40 ging 2,31 % höher bei 5 834,34 Punkten aus dem Handel. Über zehn Prozent Kurszuwachs verzeichneten die Papiere von France Telecom. Die Aktie kehre zurück in die Portfolios großer Investoren, hieß es. Unter den Technologiewerten legte Chiphersteller ST Microelectronics über acht Prozent auf 46,85 Euro zu und gehörte damit zu den größten Gewinnern. Alcatel-Aktien sprangen 7,75 % auf 67,45 Euro und die Papiere des Mischkonzerns Vivendi gewannen 5,57 % auf 73 Euro. Chartanalysten zufolge hat der Index erst bei einem Erreichen der 5.950-Punkte Chancen auf einen langfristigen Aufwärtstrend.



MAILAND - Auf Jahreshoch

Deutliche Kursgewinne verzeichneten am Freitag die Aktien an der Börse in Mailand. Der Mib30 stieg 1,43 % auf seinen höchsten Schlussstand in diesem Jahr von 44 352 Zählern. Zu den Gewinnern zählten Telecom Italia, die um 1,76 % auf 12,9 Euro stiegen. Das Schwergewicht Olivetti legte um 3,24 Prozent auf 2,85 Euro zu. Die Versorger konnten sich von den Vortagesverlusten erholen. Enel-Aktien verteuerten sich 1,5 % auf 3,92 Euro. AEM stiegen sogar 5,85 %, nachdem die Aktie am Donnerstag unter einer Herabstufung durch Goldman Sachs gelitten hatten. Auch die Versicherer machten vergangene Verluste wett. RAS legten 4,23 % zu.

MADRID - Ibex legt zu

Kursgewinne bei Marktschwergewicht Telefonica haben den Ibex-Index an der madrilenischen Börse um rund zwei Prozent auf 9891,2 Punkte steigen lassen. Telefonica kletterten im Branchentrend um 5,43 % auf 20,19 Euro. Bei den Energietiteln gewannen Repsol dank steigender Ölpreise 3,51 % auf 18,89 Euro. Kursverluste verzeichneten die Fusionskandidaten Endesa und Iberdrola. Die Endesa-Papiere verbilligten sich um 2,99 % auf 18,85 Euro und die Iberdrola-Titel um 2,51 % auf 14,4 Euro.

AMSTERDAM - Fester - Technologiewerte stützen

Die niederländischen Aktienwerte haben bei relativ hohen Umsätzen ihre Kurse gesteigert. Der AEX gewann bis zum Ende der Sitzung 0,41 % auf 639,86 Punkte. "Es gibt grünes Licht bei Technologiewerten, und alle stürzen sich wieder darauf", sagten Händler. An den Fundamentaldaten habe sich jedoch nichts geändert, fügten sie hinzu. Zu den größter Gewinnern zählten UPC, die rund acht Prozent auf 16 Euro zulegten. ASM Lithography-Titel verteuerten sich um rund 7,71 % auf 29,49 Euro. Die Papiere von Philips Electronics zogen 3,27 % auf 43,53 Euro an.



WIEN - Telekom Austria gesucht

Bei geringen Umsätzen legte der ATX-Index an der Wiener Börse um 1,17 % auf 1093,58 Punkte zu. Die Stimmung sei allgemein gut, hieß es am Markt. Gesucht waren nach Angaben von Händlern vor allem Telekom Austria-Titel. Die Papiere legten 4,74 % auf 6,85 Euro zu. Charttechnisch gesehen reiche der Spielraum bis auf 7,3 Euro, sagte ein Händler. Ebenfalls fester notierte Cybertron, die über sieben Prozent auf 5,5 Euro gewannen. Leichter notierten Libro, die nach ihrer Erholung vom Vortag anfängliche Gewinne nicht halten konnten und 0,97 % tiefer bei 14,5 Euro aus dem Handel gingen.



BRÜSSEL - Kaum verändert - Real Software unter Druck

An der Börse in Brüssel haben die Aktienwerte die Sitzung kaum verändert geschlossen. Der BEL-20-Index notierte am Ende des Tages 0,07 % höher bei 2991,1 Punkten. Unter Druck gerieten die Aktien der IT-Firma Real Software, die in der Spitze bis auf 3,42 Euro fielen und zum Schluss der Sitzung 8,89 % tiefer bei 4,1 Euro lagen. Die Aktie habe neue Tiefststände gestestet, sagten Händler. Die Aktie leide unter dem bevorstehenden Ausschluss aus dem Bel-20 und Rücktritts-Spekulationen um Konzernchef Rudy Hagemann, sagten Händler. Kursgewinne bei Electrabel stützen hingegen die belgischen Aktienkurse. Die Papiere des Versorgers gewannen 2,63 % auf 234,5 Euro.



STOCKHOLM - Deutlich fester

Freundlich präsentierten sich die Aktien an der Stockholmer Börse. Der OMX-Index ging 1,54 % höher bei 1066 Zählern aus dem Handel. "Es fließt wieder frisches Kapital in den Markt", sagten Händler. Zulegen konnten die Schwergewichte Ericsson und Nokia. Ericsson-Titel gewannen 5,69 % auf 111,5 skr dazu, Rivale Nokia verbesserte sich um 2,1 % auf 389,5 skr. Pharmacia-Aktien erholten sich von ihren anfänglichen Verlusten und gingen unverändert bei 511 skr aus dem Handel.

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