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11.01.2001

19:49 Uhr

Reuters LONDON. Die europäischen Börsen haben am Donnerstag mehrheitlich anfängliche Verluste ausgeglichen und höher geschlossen. Einen Umschwung leitete Händlern zufolge der unerwartet festere US-Handel ein. Nach den schlechten Prognosen des Internet-Portals Yahoo sei ursprünglich mit Kursabschlägen bei den US-Technologietiteln gerechnet worden, hieß es. Der US-Technologieindex tendierte dagegen vor Börsenschluss in Europa über drei Prozent fester, worauf die europäischen Telekom - und Technologiewerte Händlern zufolge mit zum Teil starken Kursgewinnen reagierten. Unterstützt wurden die europäischen Börsenbarometer ferner von Erdöl-Titeln. Händler begründeten dies mit Medienberichten, denen zufolge Saudi Arabien die Reduzierung von Förderquoten im Februar plane.

Der technologielastige Nasdaq-Index notierte gegen Handelsschluss in Europa 3,1 % höher bei 2602 Punkten. Der US-Standardwerte-Index Dow Jones lag unterdessen 0,25 % im Minus bei 10 579 Zählern. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz gewann bis zum frühen Abend 1,59 % auf 4439 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 1,92 % auf 4687 Punkte anzog.



LONDON - Im Plus - Gewinne bei Öl- und Telekomwerten

An der Londoner Börse sind die Aktienwerte etwas höher aus dem Handel gegangen. Besonders gefragt waren am Donnerstag die Ölwerte, was Händler auf gute Aussichten auf eine Senkung der Ölfördermenge zurückführten. BP Amoco stiegen um 3,61 % auf 547 Pence und Shell um 2,86 % auf 542 Pence. Auf Erholungskurs waren die Aktien der Vodafone, die nach ihren hohen Vortagesverlusten wieder 4,5 % auf 226 Pence gewannen. Deutliche Kursgewinne unter den Technologiewerten verzeichneten die Papiere von Autonomy Corp mit einem Kurszuwachs von 16,4 %, nachdem sich UBS Warburg positiv zu dem Papier geäußert hatte. Der FTSE ging 0,9 % fester bei 6114,9 Punkten aus dem Handel. Die Bank von England ließ am Donnerstag die Leitzinsen unverändert.



ZÜRICH - Nach richtungslosem Handel etwas fester

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag nach einer nervösen Sitzung eine Spur höher geschlossen. Händler sagten, der Markt bleibe insgesamt weiter richtungslos. Die zum Teil übertriebenen Reaktionen auf Nachrichten zeigten, wie groß die Verunsicherung im Markt sei. Der SMI stieg um 0,22 % auf 7877,3 Punkte. ABB litten unter massiven Abgaben vor allem aus dem Ausland, nachdem Äußerungen von Konzernchef Jörgen Centerman als Gewinnwarnung missverstanden worden seien, sagte ein Händler. Die Aktie schlossen um 4,56 % tiefer mit 167,50 sfr. Nestle konnten zunächst zulegen, bevor sie Händlern zufolge wieder unter Abgabedruck seitens ausländischer Marktteilnehmer gerieten und 1,01 % tiefer mit 3425 sfr schlossen. Fester gingen dafür Novartis aus dem Handel. Sie kletterten um 1,75 % auf 2682 sfr. Novartis profitiere von der US-Zulassung des Medikaments Femara gegen Brustkrebs und von Trading-Empfehlungen, hieß es.



PARIS - Technologiewerte heben Index

In Paris wurde die Börse am Donnerstag am Ende von Technologiewerten unterstützt, nachdem diese anfänglich schwächer tendiert hatten. Der CAC40 stieg bis zum Ende der Sitzung 0,87 % auf 5702,78 Punkte. Alcatel und STMicroelectronics, die zu Beginn der Sitzung Händlern zufolge unter den schlechter als erwarteten Gewinnaussichten von US-Branchenmitstreiter Motorola gelitten hatten, erholten sich nach guten Vorgaben aus den USA. Alcatel gingen 2,2 % höher bei 62,6 Euro aus dem Handel. STMicroelectronics stiegen zwei Prozent. TotalFinaElf zogen Händlern zufolge in Erwartung einer sinkenden Ölförderung um 2,47 % auf 153,3 Euro an.



MAILAND - Nasdaq hebt Technologiewerte

Die italienischen Aktienwerte sind im Sog fester Technologietitel höher aus dem Handel gegangen. Der Mib30 lag am Ende 1,6 % im Plus bei 43 681 Punkten. Nach den enttäuschenden Gewinnprognosen von Yahoo! sei der feste Kursverlauf des US-Technologieindexes Nasdaq Composite für die Anleger überraschend gewesen, sagten Händler. Telecom Italia gewannen 2,99 % auf 12,83 Euro und Olivetti 6,56 % auf 2,8 Euro. Die Eni-Papiere zogen zwei Prozent auf 6,84 Euro an, nachdem der Versorger mitgeteilt hatte, dass sein Übernahmeangebot an Petroz NL nicht an Konditionen gebunden sei. Seat litten Händlern zufolge unter der Yahoo-Prognose und verloren 2,74 %.

MADRID - Fester - Starke Telekomwerte

An der madrilenischen Börse sind die Aktien mit Kursgewinnen aus dem Handel gegangen. Der Ibex schloss die Sitzung 1,2 % höher bei 9699,8 Zählern. Anfängliche Verluste konnten die Aktien des Indexschwergewichtes Telefonica wettmachen, was Händler auf einen positiven Einfluss der fester tendierenden US-Technologiebörse Nasdaq zurückführten. Papiere des TV-Unternehmens Sogecable erfuhren sogar einen Kurszuwachs von zwölf Prozent auf 22,96 Euro. Die Aktie habe in der Vergangenheit besonders starke Kurseinbußen hinnehmen müssen, sagte ein Händler. Terra Lycos und TPI gaben im Sog von Yahoo! zuerst deutlich ab, erholten sich jedoch auf Schlussstände von 0,99 % tiefer auf 13,01 Euro beziehungsweise 2,04 % tiefer auf 6,25 Euro.

AMSTERDAM - Fester: von Nasdaq unterstützt

Die niederländischen Aktienwerte haben am Donnerstag bei freundlichen Vorgaben von der US-Technologiebörse fester tendiert. Der AEX ging 1,07 % höher bei 637,25 Punkten aus dem Handel. Von der Nasdaq habe es positive Kursimpulse auf die Technologie- und Telekomwerte gegeben, sagten Händler. Größter Gewinner waren mit Abstand UPC, die 20,82 % auf 14,80 Euro zulegten. Marktteilnehmer konnten eigenen Angaben zufolge aber keine fundamentalen Gründe für diesen starken Anstieg ausmachen. Gucci stiegen nach der Ankündigung eines Rekordumsatzes für Dezember 2000 um 1,1 % auf 86,95 Euro. OCE blieben nach Bekanntgabe des Unternehmensergebnisses im abgelaufenen Geschäftsjahr innerhalb der Erwartungen unverändert bei 17 Euro.



WIEN - Bank Austria belasten ATX

Die österreichischen Aktienwerte wurden Händlern zufolge von den Kursverlusten der Bank Austria belastet. Die Aktie rutschte um 2,39 % auf 60,4 Euro ab, was Händler auf Kurseinbußen der Muttergesellschaft HypoVereinsbank zurückführten. Dagegen setzten Libro ihre Erholung fort und stiegen um 13 % auf 14,68 Euro, nachdem die Buch- und Medienhandelskette am Vortag gute Umsatzzahlen bekannt gegeben hatte. Der ATX verlor seine anfänglichen Gewinne und ging 0,14 % tiefer bei 1080,98 Zählern aus dem Handel.



BRÜSSEL - Kaum verändert - Electrabel stützten

In Brüssel wurde der Gesamtmarkt Händlern zufolge von Kursgewinnen bei Electrabel gestützt. Die Aktie sei unterbewertet, hieß es. Das Papier verteuerte sich 3,35 % auf 228,5 Euro. Der Bel20 schloss 0,3 % höher bei 2989,12 Punkten. Es sei sehr ruhig am Markt, sagten Händler. Die Anleger warteten auf die bevorstehenden US-Konjunkturdaten, um die Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft abzuschätzen. Die Finanzwerte tendierten nach der Zinsentscheidung der Bank von England tiefer. Fortis verloren 0,51 % auf 34,8 Euro, Dexia gaben 0,27 % auf 184,5 Euro nach.



STOCKHOLM - Ericsson zieht Gesamtmarkt nach oben

Die Stockholmer Börse hat sich nach anfänglichen Verlusten dank hoher Kurszuwächse der Ericsson-Papiere erholt und deutlich höher geschlossen. Der OMX ging 2,3 % höher bei 1056,39 Zählern aus dem Handel. Der Telekom-Ausrüster Ericsson führte den Markt Händlern zufolge mit Zugewinnen um 7,11 % auf 105,5 skr aus der Talsohle. Auch Branchenmitstreiter Nokia verbesserten ihren Aktienkurs um 4,95 % auf 381,5 Euro. Betroffen von den Yahoo! -Zahlen war Händlern zufolge das Internet-Unternehmen Icon Medialab, das 3,45 % seines Kurses auf 16,8 skr einbüßte.

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