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03.01.2001

14:17 Uhr

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Europäische Börsen zeigen sich Im Sog der US-Vorgaben schwächer

Die europäischen Börsen haben am Mittwoch im Sog der schlechten US-Vorgaben überwiegend schwächer tendiert. Die Wall Street und insbesondere die Technologiebörse Nasdaq hatten am Dienstag nach Börsenschluss in Europa deutliche Verluste verzeichnet. Außerdem belasteten die jüngsten US-Konjunkturdaten die Stimmung. Sie deuteten auf eine abrupte Abschwächung der amerikanischen Wirtschaft hin. Insgesamt bewegten sich die Umsätze jedoch auf niedrigem Niveau. Viele Anleger warteten neue zur Veröffentlichung anstehende US-Konjunkturdaten ab, um dadurch abschätzen zu können, wie schnell die Zinsen gesenkt würden.

Der technologielastige Nasdaq-Index hatte am Dienstag 7,23 % niedriger bei 2291,86 Punkten geschlossen. Der Dow Jones ging mit einem Minus von 1,3 % bei 10 646,15 Zählern aus der Sitzung. Der Nasdaq - und der S&P-Future deuten mit einem Plus von 15 Punkten auf 2182,50 Zähler beziehungsweise 2,30 Punkten auf 1302,10 Zähler allerdings auf eine freundliche Eröffnung der Wall Street hin.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz verlor bis gegen 12.25 Uhr 0,83 % auf 4453,76 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 0,96 % auf 4656,34 Punkte nachgab.



LONDON - Von Anfangsverlusten erholt

Die Londoner Börse hat sich im Verlauf des Vormittages von ihren Eröffnungsverlusten teilweise erholt. Der FTSE tendierte 0,7 % niedriger bei 6131,3 Punkten. Vor allem das Schwergewicht Vondafone sei in den Strudel der Nasdaq-Vorgaben geraten, sagten Händler. Die Aktie verbilligte sich um 3,73 % auf 232-1/2 Pence. Unter Druck standen außerdem die Öl-Titel, die einen Teil ihrer Vortagesgewinne wieder abgaben. BP Amoco verloren 1,1 % auf 551 Pence.



ZÜRICH - US-Vorgaben belasten

Die Schweizer Börse wurde nach Aussagen von Marktteilnehmern hauptsächlich von den schlechten US-Vorgaben belastet. Der SMI gab um 0,71 % auf 8077,70 Zähler nach. Die fehlende Kurspflege trage ebenfalls zu der schwachen Tendenz bei, hieß es. Unter Druck standen Technologiewerte wie Kudelski, die um 11,39 % auf 1595 sfr einbrachen. Gegen den Trend legten die Schwergewichte Nestle und Novartis zu und schirmten den Gesamtmarkt dadurch etwas gegen weitere Verluste ab. Die Aktien stiegen um 0,98 % auf 3817 sfr beziehungsweise um 1,36 % auf 3904 sfr.



PARIS - Unterstützungslinie durchbrochen

In Paris hat der CAC40-Index eine wichtige Unterstützungslinie durchbrochen und tendierte gegen Mittag 1,12 % niedriger bei 5733,79 Stellen. Charttechnisch gesehen sei nun ein Rückgang auf bis zu 5400 Zähler möglich, sagten Händler. Alle Zeichen stünden auf "verkaufen". Gegen den Trend der Technologiebranche legten Liberty Surf um 13,91 % auf 6,45 Euro zu. Das Unternehmen will Presseberichten zufolge seine Internet-Aktivitäten mit Belgacom zusammenlegen. Zu den wenigen Gewinnern zählten auch Carrefour , die sich um 2,82 % auf 69,35 Euro verteuerten.



MAILAND - Mib30 folgt Europa-Trend

Die italienischen Aktienwerte sind dem allgemeinen europäischen Trend ins Minus gefolgt. Der Mib30 lag 0,43 % tiefer bei 42 721 Punkten. Angesichts fehlender eigener Impulse könne sich der Markt nicht von den Vorgaben lösen, sagten Händler. Stark unter Druck standen vor allem Seat, die mit einem Minus von 5,66 % auf 2,035 Euro ihre Talfahrt fortsetzten. Experten zufolge ist der Titel in den Augen der Anleger überbewertet. Olivetti verloren 4,7 % auf 2,35 Euro, während Telecom Italia 0,26 % auf 11,73 Euro zulegten. Gewinne verbuchten auch ENI , die nach Einschätzung von Börsianern als "sicherer Hafen" angesehen werden. Die Aktie verteuerte sich um 2,7 % auf 6,95 Euro.

MADRID - Ibex dreht ins Plus

An der madrilenischen Börse haben die Aktienwerte nach einer anfänglichen Schwäche knapp ins Plus gedreht. Der Ibex lag gegen Mittag 0,01 % im Plus bei 9081,2 Zählern. Der Gesamtmarkt folge damit der Erholung des Schwergewichts Telefonica , sagten Händler. Deren Aktien stiegen um 0,34 % auf 17,50 Euro. Eine deutliche Trendwende verzeichneten auch Terra Lycos , die am Morgen mit 11,02 Euro ein neues Jahrestief markiert hatten und zuletzt 1,49 % im Plus bei 11,57 Euro tendierten.

AMSTERDAM - Lustloser Handel

Die niederländischen Aktienwerte tendierten bei geringen Umsätzen knapp behauptet. Der AEX gab um 0,12 % auf 633,47 Punkte nach. Das Geschäft verlaufe bei geringen Umsätzen ruhig, berichteten Börsianer. Gegen den Abwärtstrend der Technologiebranche konnten sich KPN behaupten. Die Titel stiegen um 2,45 % auf 12,96 Euro. Händlern zufolge profitiert das Unternehmen nach seinen vorangegangenen Tiefstständen von einer technischen Erholung.



WIEN - Kaum verändert

Die österreichischen Aktienwerte präsentierten sich kaum verändert. Der ATX lag gegen Mittag bei 1067,06 Zählern. Viele Anleger hielten sich zurück, um die weitere Entwicklung abzuwarten, sagten Händler. VA Tech gaben unterdessen bei hohen Umsätzen 1,71 % auf 31,06 Euro ab. Spekulationen zufolge werde der geplante Verkauf der Informatik-Tochter abgesagt, sofern kein angemessener Preis erzielt werden könne, sagten Börsianer. Telekom Austria legten gegen den Branchentrend 2,73 % auf 6,40 Euro zu, nachdem sie in den vergangenen Wochen kräftige Verluste verbucht hatten.



BRÜSSEL - Nur geringfügig leichter

In Brüssel präsentierten sich die Aktienwerte nur geringfügig leichter. Der Bel20 tendierte 0,1 % im Minus bei 3027,31 Punkten. Die geringe Gewichtung von Technologiewerten im Index schütze den Markt vor größeren Verlusten, sagten Händler. Das Schwergewicht Fortis legte um 0,34 % auf 35,32 Euro zu, während Dexia 0,41 % auf 192 Euro verloren. Der Einzelhandelskonzern Delhaize tendierte ebenfalls gut behauptet und stieg um 0,16 % auf 50 Euro.



STOCKHOLM - Rezessionsängste belasten

Die Stockholmer Börse wurde Händlern zufolge von Ängsten vor einer US-Rezession belastet. Der OMX rutschte um 3,32 % auf 1007,10 Zähler ab. Die Schwergewichte Ericsson und Nokia brachen daraufhin um jeweils mehr als fünf Prozent ein. Ericsson verbilligten sich auf 99 skr und Nokia auf 379 skr. Der Internet-Dienstleister Icon Medialab rutschte sogar um 9,71 % auf 15,80 skr ab.

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