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21.01.2001

19:00 Uhr

Europäische High-Tech-Konzerne legen Geschäftszahlen vor

Märkte warten gespannt auf Zahlen von SAP und Co.

Nach den überwiegend positiven Ergebnissen bei den amerikanischen Technologieunternehmen in der vergangenen Woche blicken die Anleger nun gespannt auf die europäischen High-Tech-Firmen. Bankexperten erwarten eine weitere Erholung - halten aber bei SAP, Ericsson und Nokia Kursreaktionen in beide Richtungen für möglich.

HB DÜSSELDORF/FRANKFURT/M. Die Ergebnisse großer Technologie- und Telekomkonzerne werden in dieser Woche die Börsen Europas bewegen. Am Dienstag veröffentlichen die Deutsche Telekom und der Softwareanbieter SAP ihre Jahreszahlen. Es folgen die skandinavischen Mobilfunkschwergewichte, am Freitag Ericsson und am Dienstag nächster Woche Nokia. "Von den Zahlen dürfte mit abhängen, ob der jüngste Aufwärtstrend bei europäischen High-Tech-Werten anhält", sagte Analyst André Jäkel von der BHF-Bank. Dagegen gilt das vorläufige Konzernergebnis der Deutschen Telekom als wenig aussagekräftig. Denn die Zahlen sind durch Sonderfaktoren beeinflusst, und ihr operatives Ergebnis veröffentlicht die Telekom erst im April.

Insgesamt erwarten Bankexperten, dass die Kurserholung bei Telekom - und Technologiewerten vorerst anhält. So wurden die Ergebnisse der US-Schwergewichte Intel und Microsoft positiv aufgenommen. Zudem beflügelt die Aussicht auf sinkende Zinsen die Branche. "Entscheidend wird sein, welchen Ausblick die Unternehmen geben", sagte Terence Sinclair von der Investmentbank Salomon Smith Barney. Für das vergangene Jahr und die ersten beiden Quartale hätten die Investoren ihre Erwartungen bereits stark zurückgeschraubt. Nun komme es darauf an, ob die Hoffnung auf eine Erholung in der zweiten Jahreshälfte genährt werde.

Vergangene Woche legten SAP-Aktien bereits kräftig zu, nachdem einige Zahlen der Walldorfer vorab bekannt wurden. Europas größter Softwarekonzern übertraf beim Umsatzwachstum die zuvor deutlich reduzierten Erwartungen. Am Dienstag könnten Anleger jedoch Gewinne mitnehmen, warnt Theo Kitz von der Privatbank Merck Finck. "Das Muster ist immer gleich. Vor Bekanntgabe der Zahlen steigt der Kurs, weil es Hoffnung auf positive Überraschungen gibt. Wenn die Zahlen dann raus sind, fällt die Aktie, egal was berichtet wurde", sagte Kitz. Andere Experten halten indes weitere Kursgewinne für möglich. "Sollte es SAP gelingen, die Marke von 200 Euro zu überspringen, ist nach oben hin noch einiges möglich", sagte Gero Breuer von Dresdner Kleinwort Wasserstein.

Den Zahlen von Nokia sehen viele Bankexperten gelassen entgegen. Sie rechnen mit nur geringfügigen Kursreaktionen. Der weltgrößte Handyhersteller hatte bereits im Herbst vergangenen Jahres die Erwartungen an das weltweite Handygeschäft heruntergeschraubt. Als der Konzern vor knapp zwei Wochen mitteilte, die prognostizierten Absatzzahlen seien leicht überschritten worden, sank der Aktienkurs um 10 %. Branchenexperten gehen davon aus, dass der Hersteller mit seiner vorsichtigen Einschätzung die Erwartungen an die Ergebnisse für das vergangene Jahr dämpfen wollte. An der Börse wird Nokia höher bewertet als die beiden Konkurrenten Ericsson und Siemens zusammen. "Daher hat die Aktie wenig Luft nach oben", sagte BHF-Experte Jäkel.

Ungewiss scheint die Lage bei Ericsson. Einerseits lauten Marktgerüchte, dass die Schweden im Handygeschäft noch mehr Verlust ausweisen könnten. So befürchtet Analyst Kitz eine negative Überraschung. Andererseits setzen Anleger auf die Infrastruktursparte von Ericsson. Denn beim Aufbau von Mobilfunknetzen der nächsten Generation (UMTS) sind die Schweden stark.

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