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25.01.2002

11:56 Uhr

Europaweit gültige Aktienkennung kommt - Zukünftig 12-stelliger Zahlencode

Die Wertpapier-Kennnummer geht

Erst zu Jahresbeginn mussten sich die Deutschen an den Wechsel von D-Mark zu Euro gewöhnen - schon steht die nächste Neuerung in Sachen Europa an. Mit dem Euro soll der grenzüberschreitende Handel in Europa einfacher und transparenter werden.

dpa FRANKFURT/M. Und simpler soll es künftig auch beim Handel internationaler Wertpapiere zugehen: Die 1955 für Deutschland eingeführte Wertpapier-Kennnummer (WKN) soll künftig durch eine europaweit gültige International Securities Identification Number (ISIN) ersetzt werden.

"Für den Aufbau eines paneuropäischen Wirtschaftsraumes ist es unumgänglich, auch die Finanz- und Kapitalmärkte über ein gemeinsames Identifikationssystem weiter zu vereinheitlichen", sagte ein Frankfurter Wertpapierhändler. Insbesondere für die technische Order- Abwicklung wären einheitliche Kennnummern ein großer Vorteil.

Bislang mussten bei Wertpapier-Geschäften über nationale Grenzen hinweg die jeweiligen Aktiencodes zunächst aufwendig umgeschrieben werden. "Dies führte zu beachtlichen Prozesskomplikationen", sagte Georg Eisel, Direktor der mit der Umstellung beauftragten WM Datenservice. Und da der grenzüberschreitende Handel seit Mitte der 80er Jahren erheblich zugenommen habe, werde die geplante Umstellung die Abwicklung deutlich vereinfachen.

Bereits von Oktober an soll die neue ISIN parallel zur alten WKN eingeführt werden. Vom 22. April 2003 an sollen die Wert-Papier- Kennnummern zumindest bei der Börse endgültig verschwinden. Einzelne Finanzinstitute hingegen werden dann die WKN solange weiter verwenden können, bis die Umstellung komplett ist.

Die WKN ist ein sechsstelliger Zahlencode. Die ISIN soll aus zwölf Stellen bestehen und mit einem zweistelligen Ländercode, beispielsweise "DE" für Deutschland, beginnen. Die ISIN ist - anders als der Euro - nicht überall in Europa neu. In Italien, Spanien und den skandinavischen Ländern werden Wertpapiergeschäfte bereits heute über die internationale Kennnummer abgewickelt.

Die Bankwirtschaft rechnet mit ähnlich hohen Kosten wie bei der Euro-Umstellung. Denn nicht nur die Computersysteme müssen umgestellt werden, sondern auch Anzeigetafeln und Papierformulare. "Da könnte es leicht passieren, dass die entstehenden Kosten weit über dem erwarteten Nutzen liegen", warnte ein Händler.

Natürlich entstünden bei der Umstellung erhebliche Kosten, sagte ein Bankenvertreter. "Doch die europäische Harmonisierung ist schon längst beschlossen und so eine internationale Wertpapier-Kennnummer gar nicht mehr zu umgehen." Letztlich dürfte es ähnlich sein wie bei der Umstellung der Postleitzahlen 1993. "Erst wird mal laut gejammert, und spätestens nach vier Wochen spricht kein Mensch mehr darüber."

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