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25.01.2003

17:16 Uhr

Evans: Politische Auseinandersetzung zwischen USA und europäischen Verbündeten in Irak-Frage dürfen wirtschaftliche Beziehungen der Alliierten nicht vergiften

Industriestaaten weisen Kritik an Reformtempo zurück

Auf dem World Economic Forum betonten Regierungsvertreter aus den USA, Deutschland, Frankreich und Japan am Samstag, die richtigen politischen Weichen für ein langfristiges Wachstum in ihren Ländern gestellt zu haben. Einige räumten jedoch ein, dass die kurzfristigen Aussichten eher schwach seien.

Reuters DAVOS. Der deutsche Staatssekretär Caio Koch-Weser sagte, die Strukturreformen in Europa seien ebenso auf dem Weg wie die Reform zum Unternehmensrecht in den USA und die Bankenreform in Japan. In der Euro-Zone müssten die Anstrengungen teilweise allerdings verstärkt werden, mahnte er zugleich. Die Konjunkturperspektiven für den Währungsraum in diesem Jahr nannte Koch-Weser "nicht gut". Das Wachstum in der Euro-Zone wird seinen Worten zufolge 2003 bei 1,5 Prozent liegen und in Deutschland wahrscheinlich nicht über ein Prozent steigen.

"Es ist klar, dass wir eine Reihe von Reformen durchdrücken müssen", sagte Frankreichs Finanzminister Francis Mer. "Sie sind auf dem Weg und werden erste positive Ergebnisse bringen."

Zuvor hatten Volkswirte in Davos insbesondere von den USA, Japan und den führenden europäischen Staaten aggressivere Schritte zur Belebung der Weltwirtschaft gefordert. Analysten werfen den großen Industrienationen ein mangelndes Reformtempo vor. Dies und der drohende Militärschlag der USA gegen Irak belasten seit Monaten die internationalen Finanzmärkte und trüben nach Experten-Meinung die Wachstumsperspektiven für die Weltwirtschaft ein.

US-Handelsminister Donald Evans warnte, die politische Auseinandersetzung zwischen den USA und wichtigen europäischen Verbündeten in der Irak-Frage dürfe die wirtschaftlichen Beziehungen der Alliierten nicht vergiften. Er fügte hinzu, das Wachstum der US-Wirtschaft werde momentan von kräftigen Produktivitätszuwächsen untermauert. Überdies werde das Steuersenkungsprogramm von Präsident George W. Bush im Volumen von mehr als 674 Milliarden Dollar für eine zusätzliche Stimulation der Konjunktur sorgen.

Auch Japans Minister für Wirtschaft und Finanzdienstleistungen, Heizo Takenaka, äußerte sich zuversichtlich zu den längerfristigen Wachstumsaussichten seines Landes. Nach einer Periode der Neuausrichtung in den kommenden beiden Jahren könne Japan wieder Wachstumsraten von zwei Prozent erreichen. "Es gibt keinen Königsweg, aber wir bewegen uns in die richtige Richtung", sagte Takenaka.

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