Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.01.2001

14:04 Uhr

Expansion nach Europa wird noch eine Weile dauern

Nasdaq-Vorstand - Börse London möglicher Partner für Kooperation

Die US-Technologiebörse Nasdaq betrachtet nach Angaben eines Vorstandsmitglieds die Londoner Börse (LSE) als einen möglichen Partner für eine Zusammenarbeit.

Reuters FRANKFURT. Die US-Technologiebörse Nasdaq betrachtet nach Angaben eines Vorstandsmitglieds die Londoner Börse (LSE) als einen möglichen Partner für eine Zusammenarbeit. "Die Briten sind stärker als andere dazu bereit, mit uns Gespräche zu führen", sagte Alfred Berkeley, Vorstandsmitglied der Nasdaq in einem Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagsausgabe). Derzeit knüpfe die Nasdaq Kontakte mit der neuen Führungsspitze der LSE um die neue Vorstandschefin Clara Furse, die diese Woche als Nachfolgerin von Gavin Casey benannt wurde.

Die Nasdaq rechnet nach Angaben des Vorstandsmitgliedes nicht mehr damit, ihre Pläne für eine Expansion nach Europa kurzfristig umsetzen zu können. "Es wird noch einige Jahre dauern, bis eine umfangreiche Kooperation mit einer europäischen Börse umgesetzt ist", sagte Berkeley. Der Börsengang der Deutschen Börse führe dazu, dass konkrete Gespräche mit den Frankfurtern aufgeschoben werden müssten. "Die Kollegen müssen sich erst einmal um ihre eigenen Vorhaben kümmern", sagte Berkeley. Keinesfalls werde die Nasdaq in Europa einen feindlichen Übernahmeversuch starten. Wir setzen auf gegenseitiges Vertrauen", fügte er hinzu.

Die Nasdaq wollte sich ursprünglich an dem Gemeinschaftsprojekt iX der Handelsplätze Frankfurt und London beteiligen. Das Scheitern dieses Vorhabens im vergangenen Jahr bedeutete jedoch einen Rückschlag für die Expansionspläne der Nasdaq, die einen weltumfassenden Handelsplatz errichten will, der rund um die Uhr geöffnet ist.

Aus der Führungsspitze der Nasdaq war noch im Herbst zu hören, dass ein Zusammenschluss mit einer der führenden europäischen Börsen schon im laufenden Jahr vorstellbar sei. Berkeley relativierte nun diese Aussagen: "Wir konzentrieren uns gegenwärtig darauf, unsere Handelsplattform für die Anleger noch attraktiver zu machen und auf die Konkurrenz der jungen, unabhängigen Handelssysteme flexibel zu reagieren". Die Nasdaq besitze durch ihr vollelektronisches Modell ohne traditionellen Parketthandel einen Wettbewerbsvorteil, der weiter ausgebaut werden müsse. So solle noch in diesem Jahr das neue Computersystem SuperMontage in Betrieb genommen werden, das die US-Börsenaufsicht SEC in der vergangenen Woche genehmigt habe, sagte Berkeley.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×