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08.01.2001

09:31 Uhr

Reuters FRANKFURT. Angesichts einer weiterhin günstigen Konjunktur in der Euro-Zone ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland nach Einschätzung von Experten im Dezember weiter zurückgegangen. Im Durchschnitt sahen von Reuters befragte Volkswirte einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen um saisonbereinigt 20 200. Die unbereinigte Arbeitslosenquote stieg dagegen wegen saisonal bedingter Schwankungen den Schätzungen nach auf 9,3 % von 8,9 % im Vormonat. Die Konjunktur sei trotz einer leichten Wachstumsverlangsamung weiter robust, sagten die Analysten, was in den kommenden Monaten einen weiteren Rückgang erwarten lasse. Im November waren die Arbeitslosenzahlen um saisonbereinigt 15 000 auf 3,799 Millionen gesunken. Die Bundesanstalt für Arbeit wird die Dezember-Zahlen am Dienstag gegen 10.00 MEZ Uhr bekannt geben.

Nach Einschätzung von Christoph Hausen, Volkswirt bei der Commerzbank, wird sich der Rückgang der Arbeitslosenzahl auch in den kommenden Monaten fortsetzen. Positive Impulse für die Konjunktur und den Arbeitsmarkt werden seiner Ansicht nach von der Steuerreform und nachlassenden Ölpreisen ausgehen. Gleichzeitig forderte Hausen die Bundesregierung jedoch zu einer Flexibilisierung der Arbeitsmarktregelungen auf. So führten beispielsweise die Regelungen befristeter Arbeitsverträgen zu weniger Flexibilität.

Konjunkturexperte erwartet Rückgang der Arbeitslosenquote

Auch Jens Kramer, Konjunkturexperte bei der NordLB, erwartet für Dezember einen Rückgang der Arbeitslosigkeit, der sich in den nächsten Monaten weiter fortsetzen wird. "Der Arbeitsmarkt läuft klassisch hinterher. Das heißt, der kräftige (konjunkturelle) Impuls aus dem vergangen Jahr wirkt sich erst jetzt aus. Daher werden die Arbeitslosenzahlen in den kommenden Monaten weiter nach unten gehen, obwohl wir eine Konjunkturdelle im ersten Halbjahr erwarten", sagte er. Auch ein etwas stärkerer Euro werde die Exportwirtschaft nicht merklich belasten und damit Arbeitsplätze in größerem Ausmaß nicht bedrohen. Belasten könnte den Arbeitsmarkt dagegen im späteren Jahresverlauf eine "harte Landung" der US-Konjunktur, was jedoch kein wahrscheinliches Szenario sei.

Harald Jörg, Analyst bei der Dresdner Bank, rechnet mit einem Rückgang um saisonbereinigt 15 000 Arbeitslose. Für die Arbeitslosenzahl im Gesamtjahresschnitt 2000 prognostiziert er ein Minus von 200 000 Arbeitslosen. Die Zahlen seien allerdings verzerrt, da beispielsweise arbeitslose Teilzeitkräfte gar nicht in der Statistik auftauchten.

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