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22.01.2001

19:00 Uhr

Experten halten Rückschläge für nach wie vor möglich

Analysten legen Anlegern Tech-Titel ans Herz

Intel, IBM und Alan Greenspan machen den Anleger wieder Mut. Nicht nur die überraschende Leitzinssenkung führte dazu, dass sich Investoren wieder Technologietiteln zuwenden.

ali DÜSSELDORF. Intel, IBM und Alan Greenspan machen den Anleger wieder Mut. Die überraschende Leitzinssenkung und die Quartalszahlen der beiden Großkonzerne, die im Einklang mit den Erwartungen standen, führten dazu, dass sich Investoren wieder den Technologietiteln zuwenden. Die ersten Banken wagen sich wieder vorsichtig mit Kaufempfehlungen vor. Aber einen neuen Rückschlag mag niemand ausschließen.

So halten die Experten von UBS Warburg das mittlerweile erreichte durchschnittliche 2001er Kurs-Gewinn-Verhältnis von 36 für den Tech-Sektor zwar für ein relativ realistisches Bewertungsniveau. Beim Gewinn je Aktie erwarten sie ein Wachstum von 39 %. Doch bestünde die Gefahr, dass diese hohe Gewinn-Wachstumsziffer noch nach unten korrigiert werden müsse angesichts der sich abschwächenden Konjunktur, warnen die UBS Warburg-Experten.

Auf sicheres Wachstum setzen

Vor diesem Hintergrund sollten Investoren nur bei Qualittätstiteln des Technologiesektors mit gesicherten Wachstumsperspektiven Schritt für Schritt Positionen aufbauen, raten zum Beispiel die UBS Warburg, Vontobel und WestLB Panmure. "Unsere Empfehlungen orientieren sich daran, ob die Unternehmen relativ sichere Gewinnaussichten haben", erklärt Adrian Hopkinson, Leiter des Technologie-Researchs der WestLB Panmure. Daher würden seine Experten klassische Bewertungskriterien wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis heranziehen und von "ambitionierten Bewertungsmaßstäben" wie der Zahl der registrierten Nutzer Abstand nehmen.

"Die Mehrzahl unserer Favoriten stammt aus dem Bereich der Telekom-Infrastruktur-Ausrüster", sagt Hopkinson. Angesichts weltweit steigender Datenmengen sieht der Experte noch Nachholbedarf. Als Top-Picks für dieses Jahr empfiehlt die WestLB unter anderen die französische Alcatel mit Kursziel 95 Euro (Kurs aktuell: 66 Euro) . Hier stellen die WestLB-Experten insbesondere die Verbesserung der Margen in den Vordergrund, sprich, das französische Unternehmen erzielt mehr Gewinn aus seinen Umsätzen. Russ Mould von UBS Warburg lobt, dass das Unternehmen sich schnell wachsenden Geschäftsfeldern wie Breitbandzugang, optischer Übertragungstechnik und E-Business-Lösungen zuwendet. Daher sollte Alcatel weniger betroffen sein von einer Verlangsamung des Wachstums bei den Infrastruktur-Ausgaben. Darüber hinaus sei Alcatel attraktiv bewertet. Der französiche Telekommunikatiosausrüster weist zurzeit ein 2001er KGV von 36 aus (Zum Vergleich: Nokia: 38). UBS Warburg empfiehlt Alcatel daher mit strong buy, Kursziel 75 Euro.

Als kleineren Wert der Telekommunikationszulieferbranche setzt WestLB Panmure auf Pandatel mit einem Kursziel von 105 Euro (Kurs aktuell: 51 Euro). Das Unternehmen ist Anbieter von Hochgeschwindigkeits-Übertragungstechnologien auf Glasfaser- und Kupferbasis. Die WestLB-Panmure-Experten rechnen mit einem Wachstum von rund 53 % in diesem und von 40 % im kommenden Jahr. "Der Wert hat von der jüngsten Erholung nur unterproportional profitiert und bietet Chancen", meint Hopkinson.

Unberechtigter Kursrutsch

Mit "strong buy" führt UBS Warburg trotz jüngster Kursverluste die Software AG, die am Mittwoch vorläufige Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegen wird. UBS Warburg-Analyst Marc Rode spricht dem Unternehmen gute Wachstumsmöglichkeiten zu, dessen Kerngeschäft Datenbanken für Großrechenanlagen sind. Darüber hinaus bietet das Darmstädter Software-Unternehmen auch Lösungen an, um unterschiedliche IT-Infrastrukturen einzubinden und fit zu machen für E-Commerce. Hier sieht auch die WestLB Panmure noch großes Potenzial. Mit einem 2001er KGV von 33 sei der Wert günstig. UBS Warburg nennt als Kursziel 100 Euro, die WestLB 110 Euro (aktel: 69 Euro).

Auch die schweizer Bank Vontobel hat für ihre Kunden Tipps für das Techno-Segment parat. Zum Beispiel den Schweizer Telekommunikationszulieferer Huber + Suhner. "Das Unternehmen hat mit einem 28prozentigen Umsatzwachstum in 2000 genau die Prognosen erfüllt", lobt Analyst René Langensand. Er rechnet damit, dass das Gewinnwachstum sich beschleunigen sollte, da die Nachfrage aufgrund steigender Investitionen der großen Telekomfirmen in UMTS-Netze zunehmen werde.

Gemäss Schätzungen der Bank Vontobel hat Huber + Suhner ein KGV für 2001 von 20 - ein günstiger Wert für einen soliden Wert der Telecom Equipment-Industrie, meint Langensand.

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