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17.01.2003

15:19 Uhr

Experten: MMS setzt sich durch, ist aber keine Killerapplikation

Weihnachtsgeschäft mit MMS erfreulich verlaufen

Das deutsche Weihnachtsgeschäft mit den neuen MMS-Fotohandys ist nach Angaben der Mobilfunkbetreiber sehr positiv verlaufen. Für den Service, mit dem Bilder, Töne und Texte mobil übertragen werden können, hatte der zweitgrößte Anbieter Vodafone mit 100.000 Verträgen bis Jahresende gerechnet, tatsächlich wurden mehr als 150 000 Geräte mit Kamera- und Portalfunktion verkauft.

vwd FRANKFURT. Zufrieden zeigt sich auch Platzhirsch T-Mobile: Man sei hinter dem Erfolg von Vodafone nicht zurückgeblieben. Experten zeigten sich angesichts der ersten Trendmeldungen zuversichtlich, dass Multimedia Message Service eine Zukunft hat.

Vodafone D2 sieht auch beim Versand von MMS-Nachrichten via Handy eine erfreuliche Entwickung. Im Dezember sei die Marke von einer Million überschritten worden. Allein in der letzten Woche des vergangenen Monats seien demnach rund 200 000 solcher Foto-Mails verschickt worden. Die Nutzung der herkömmlichen SMS-Textbotschaften sei dabei auf hohem Niveau geblieben. Konkurrent T-Mobile nannte noch keine konkreten Zahlen, und der dritte Anbieter, O2 Germany in München, äußerte sich zur Entwicklung seines MMS-Geschäfts zunächst überhaupt nicht.

Jörg Forthmann, Pressesprecher von Mummert Consulting, ist vor dem Hintergrund der genannten Zahlen überzeugt, dass MMS als Nachfolger der herkömmlichen SMS-Textbotschaften seinen Weg machen und sich sukzessive durchsetzen wird. MMS werde verstärkt beworben, zudem kämen immer mehr MMS-fähige Geräte auf den Markt. Die lang gesuchte Killerapplikation, mit der die Masse der Bevölkerung erreicht und zu höheren Umsätzen veranlasst werden könne, sei MMS aber nicht, betont Forthmann. Somit werde der Service auch nicht zum Treibsatz für eine stärkere Nutzung von über das Handy abrufbaren Zusatzdiensten. Das Hauptgeschäft bleibe zunächst die Telefonie.

Den Analysten von Strategy Analytics zufolge wird sich der weltweite Markt für MMS 2007 auf rund 18,8 Mrd. Dollar belaufen. Zwar seien die Aussichten langfristig positiv, doch werde die Verbreitung der neuen Technologie durch die nur langsam steigende Nutzung von MMS-Einsteigergeräten im Prepaid-Bereich gehemmt. 2003 dürften den Analysten zufolge weltweit erst knapp 15 Prozent der ausgelieferten Handys MMS-fähig sein.

Das mag auch daran liegen, dass die Kinderkrankheiten bei dem neuen Service offenbar noch nicht überwunden sind. Laut dem Branchenmagazin "Connect" ist vor allem bei MMS aus unterschiedlichen Medientypen mit Ton-, Text-, und Bild-Informationen die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie nicht korrekt ankommen. Die Standardisierung bei dem teuren Service sei noch unzureichend. "connect" zufolge kann das Preis- Leistungsverhältnis von MMS deshalb derzeit noch nicht als gut bezeichnet werden.

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