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14.01.2008

09:00 Uhr

Expertenrat

Wie der Urlaub ins neue Jahr kommt

Laut Bundesurlaubsgesetz müssen alle Urlaubstage bis Jahresende verbraucht werden. Doch es gibt Ausnahmen; Mitarbeiter und Arbeitgeber können zudem eigene Regelungen formulieren. Eva Wißler, Fachanwältin für Arbeitsrecht in der Frankfurter Kanzlei Schmalz, erklärt im Kurzinterview die Zusammenhänge.

Frau Wißler, zum Jahreswechsel gibt es immer wieder Ärger, wenn Arbeitnehmer ihre restlichen Urlaubstage ins kommende Jahr übertragen wollen. Was ist erlaubt, was nicht?

Laut Bundesurlaubsgesetz müssen alle Urlaubstage bis Jahresende verbraucht werden. Lediglich wenn persönliche Gründe wie eine Krankheit oder betriebliche Gründe wie die Auftragslage dagegen sprechen, kann der Arbeitnehmer einen Teil des Urlaubs auf die Zeit bis Ende März des Folgejahres übertragen.

Gilt diese Regelung für alle Mitarbeiter?

Nein, das sind nur die gesetzlichen Mindestanforderungen. Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen können zugunsten des Arbeitnehmers davon abweichen - sie dürfen ihn aber nicht schlechter stellen.

Wie viele Tage sind denn möglich?

Unbegrenzt, solange die Begründung stichhaltig ist. Allerdings ist der Urlaub Ende März endgültig verfallen.

Dürfen Arbeitnehmer auch Urlaub übertragen, wenn sie für das Folgejahr schon gekündigt haben?

Ja, für sie gilt dasselbe. Den bis Ende des Arbeitsvertrages nicht genommenen Urlaub muss der Arbeitgeber auszahlen. Selbst bei fristloser Kündigung ist er dazu verpflichtet.

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