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18.01.2001

15:41 Uhr

EZB-Zinsentscheid ohne Auswirkung

Dax am Nachmittag durch Gewinnmitnahmen belastet

Die Standardwerte präsentierten sich am Nachmittag leichter, was Händler vor allem auf Gewinnmitnahmen zurückführten. Der Zinsentscheid der EZB hatte kaum Auswirkungen auf den Handel.

rtr FRANKFURT. Die deutschen Standardwerte haben sich am Donnerstag leichter präsentiert, was Händler vor allem auf Gewinnmitnahmen nach den Zuwächsen des Vortags zurückführten. Kaum Auswirkungen hatte zunächst die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die die Zinsen im Euro-Raum, wie von den meisten Analysten erwartet, unverändert ließ. Der deutsche Aktienindex (Dax) notierte am frühen Nachmittag 0,9 Prozent tiefer auf 6 589 Punkten. "Heute ist die Bewegung am Markt klar von Gewinnmitnahmen geprägt", sagte ein Händler. 24 Verlierern standen sechs Gewinner im Dax gegenüber. Die US-Futures deuteten zudem auf eine negative Eröffnung an der Wall Street hin.

Die Europäische Zentralbank (EZB) teilte am Nachmittag im Anschluss an ihr turnusmäßiges Ratstreffen mit, die Leitzinsen in der Euro-Zone unverändert gelassen zu haben. Der für die Refinanzierung der Geschäftsbanken entscheidende Schlüsselzins betrage weiter 4,75 Prozent. Analysten hatten weitgehend mit dieser Entscheidung gerechnet.

Händler sagten, die am Mittwoch nach US-Börsenschluss veröffentlichten Geschäftszahlen des US-Computerkonzerns IBM hätten wenig Einfluss auf das deutsche Börsengeschehen. "Höchstens wirken sich die Zahlen psychologisch auf die weitere Entwicklung aus", sagte ein Händler. IBM hatte mitgeteilt, im vierten Quartal 2000 seinen Gewinn um 28 Prozent gesteigert und damit die Analystenprognosen übertroffen zu haben. Zudem hatte es bei IBM geheißen, man könne mit den Analystenprognosen für 2001 gut leben. Ähnlich verhalten positive Aussichten auf das Gesamtjahr hatten auch Apple und AMD gegeben.

Die Gewinnerliste im Dax führten Daimler-Chrysler mit einem Plus von 2,3 Prozent auf 48,29 Euro an. Händler führten das Kursplus zum einen auf ausländische Käufer zurück, die sich in dem Wert engagierten. Zum anderen wurde auf Äußerungen der Deutschen Bank , dem größten Aktionär des Autobilbauers, verwiesen. Deutsche Bank-Vorstandssprecher Rolf Breuer hatte bekräftigt, dass das Finanzinstitut von der Richtigkeit der Strategie bei Daimler-Chrysler überzeugt sei. Der Daimler-Chrysler-Konzern wird derzeit durch hohe Verluste seiner US-Tochter Chrysler belastet.

Die Aktien der Deutschen Telekom haben ihren Aufwärtrend am Donnerstag fortgesetzt, nachdem das Unternehmen nach eigenen Angaben eine Eingigung mit US-Behörden über den Zukauf des US-Telekomunternehmens Voicestream erzielt hat. Die T-Aktie stieg um 1,5 Prozent auf 38,41 Euro.

Ebenfalls im Plus lagen die Titel von MAN mit 0,34 Prozent auf 29,40 Euro. Das Unternehmen hatte am mitgeteilt, das Ergebnis habe im Rumpfgeschäftsjahr 2000 (Juli bis Dezember) um mindestens 15 Prozent über dem Vorjahres-Vergleichswert von 228 Millionen Euro vor Steuern gelegen. 2001 soll neben Umsatz und Aufträgen auch der Gewinn des Konzerns weiter zulegen.

Auf der Verliererseite führte SAP das Feld an, was Händler auf Gewinnmitnahmen zurückführten. Die Titel verloren 4,6 Prozent auf 180,60, nachdem die Aktie am Vortag 7,5 Prozent zugelegt hatte. Finanztitel gaben ebenfalls nach, was Händler auf am Mittwoch bekannt gegebene schwache Geschäftszahlen mehrerer US-Banken zurückführten.

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