Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.01.2001

13:51 Uhr

Fabrikschließungen in den USA stehen bevor

Daimler-Chrysler und Mitsubishi planen engere Kooperation

Daimler-Chrysler und sein japanischer Partner Mitsubishi Motors Corp wollen einem Magazinbericht zufolge künftig gemeinsame Plattformen nutzen, um Kosten in Milliardenhöhe einzusparen.

Reuters FRANKFURT. Die Vereinbarung sei Teil des Restrukturierungsplans, der im Februar bekannt gegeben werden und zur Reduzierung der Verluste bei der angeschlagenen Daimler-Chrysler-Tochter Chrysler dienen solle, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" vorab aus seiner Montagsausgabe. Ein Daimler-Chrysler-Sprecher wollte am Samstag auf Anfrage keine Details kommentieren, sagte jedoch, dass man eine engere Kooperation zwischen Mitsubishi und Chrysler bereits als eine "interessante Option" bezeichnet habe.

Beim Treffen des so genannten "Alliance Council" des Konzerns in Tokio im vergangenen Monat sei vereinbart worden, dass Mitsubishi die Modelle der Kompaktklasse entwickele, deren Chrysler-Variante sich dann vor allem durch ein eigenes Design unterscheide, berichtet das Magazin weiter. Die nächste Generation der Mittelklasse werde dagegen in den USA entwickelt und von den Japanern übernommen. Daimler-Chrysler ist mit 34 % an Mitsubishi Motors beteiligt. Die zwei Automobilhersteller nutzen bereits gegenseitig Bauteile.

Daimler-Chrysler wird am 26. Februar ein Restrukturierungsprogramm für Chrysler vorlegen. Unternehmensschätzungen zufolge wird Chrysler für das vierte Quartal voraussichtlich einen Verlust von rund 1,25 Mrd. $ (2,6 Mrd. DM) ausweisen nach einem Fehlbetrag von 512 Mill. $ im dritten Quartal.

Der Chrysler-Chef Dieter Zetsche wolle mindestens vier Fabriken in den USA, Kanada, Mexiko und Brasilien schließen und bis zu 21 000 Arbeitsplätze abbauen, berichtet der Spiegel weiter. Der Daimler-Chrysler-Sprecher wollte dies nicht weiter kommentieren und bezeichnete die Aussage als "Spekulation". Beim Arbeitsplatzabbau wolle der Chrysler-Chef auf Entlassungen weitgehend verzichten, heißt es in dem Bericht weiter. Die Fabrikarbeiter seien durch einen Vertrag Chryslers mit der Automobilarbeiter-Gewerkschaft UAW ohnehin vor Entlassungen geschützt. Zetsche wolle frei werdende Stellen nicht mehr besetzen und Mitarbeiter mit Prämien zum freiwilligen Ausscheiden bewegen. Angestellte, die nicht unter den Schutz des Gewerkschaftsvertrags fielen, wolle der Chrysler-Chef mit einem Frühpensionionierungsprogramm zu Verzicht auf ihren Arbeitsplatz bewegen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×