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28.06.2000

19:08 Uhr

ap WASHINGTON. Der Oberste Gerichtshof der USA hat am Mittwoch den Weg für eine Rückkehr des Flüchtlingsjungen Elian und seines Vaters nach Kuba frei gemacht. Das Gericht lehnte es ab, sich mit einem Eilantrag von Elians Verwandten in Miami zu befassen, die die Heimkehr des Jungen in letzter Minute verhindern wollten. Elian und sein Vater wollten dem Vernehmen nach die USA noch am Mittwoch (Ortszeit) verlassen. Ein Aufschub durch das Oberste Gericht galt als letzte Chance für Elians amerikanische Verwandten, den Jungen vorerst nicht heimkehren zu lassen.

Der am Montag eingereichte Einspruch der Familienangehörigen aus Miami forderte, die Ausreise des Sechsjährigen so lange zu aufzuschieben, bis das Oberste Gericht die Entscheidung des Berufungsgerichtes in Atlanta von vergangener Woche überprüft. Dieses hatte einen Antrag der amerikanischen Verwandten abgelehnt, den Fall neu aufzurollen.

Nach Einschätzung eines Vertrauten von Elians Vater wusste der Junge selbst noch nicht, dass er vielleicht noch am Abend nach Kuba reisen sollte. Die Koordination der Rückkehrpläne lag nach Angaben kubanischer Behörden in den Händen des Anwalts von Elians Vater.

Der kleine Elian wurde im November vor der Küste von Florida gerettet, nachdem seine Mutter und zehn weitere Menschen beim Untergang eines Flüchtlingsboots ums Leben gekommen waren. Er kam zunächst bei seinem Großonkel in Miami unter, und es entbrannte ein heftiger Sorgerechtsstreit zwischen den amerikanischen und kubanischen Verwandten des Jungen. Der Fall Elian wurde auch zum Politikum: Er spielte ein Rolle im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf, und der kubanische Staatschef Fidel Castro erklärte die Rückkehr des Jungen zu einer politischen Priorität.



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