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02.01.2004

06:00 Uhr

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Falsche Hoffnung

VonThomas Knipp

Können die Unternehmen die Renten retten, wenn es schon der Staat nicht kann? Mitnichten. Auch die Firmen können keine Wunder vollbringen.

Quelle: Handelsblatt

Können die Unternehmen die Renten retten, wenn es schon der Staat nicht kann? Die Diskussion über die Zukunft der Alterssicherungssysteme wird das Schlaglicht auch auf den möglichen Beitrag der Unternehmen setzen und dabei vergleichend in die angelsächsische Welt schauen.

Doch gerade dieser Blick wird zeigen, dass von den Firmen keine Wunder erwartet werden können. In den USA und in England haben Unternehmen in den vergangenen Jahren massiv vom System fester Rentenzusagen auf die Methode garantierter Einzahlungen umgestellt. Grund: Die Talfahrt an den Börsen hatte riesige Löcher in die Pensionskassen gerissen, die nun aus den Gewinnen des laufenden Geschäftes gestopft werden müssen.

Mit diesem Schritt aber liegt das Pensionsrisiko wieder beim Individuum und nicht mehr beim Unternehmen. Wenn aber der Einzelne Sorge tragen muss um die Höhe seiner Pension, dann sollte er sich aber auch selber darum kümmern dürfen. Das spricht für individuelle Rentenkonten, auf die die Bürger einen festen Anteil des Einkommens einzahlen müssen und deren Mittel sie an den Finanzmärkten frei anlegen können. Kein Zweifel: Der Einzelne kann seine Pension selber verantworten. Chile und viele andere Staaten Südamerikas haben mit diesem System seit 1980 gute Erfahrungen gemacht.

Ungelöst bleibt derweil jedoch das Problem des Übergangs von unserem heutigen zu einem neuen System. Hier kann und muss der Staat eine transformierende Rolle spielen. Etwa, indem er die Einzahlungen in die neuen Rentenkassen vom Bruttogehalt erlaubt - also aus nicht versteuertem Einkommen.

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