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22.01.2004

09:25 Uhr

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Falsches System

VonThomas Knipp

Die Welt wird noch ein Weilchen warten müssen, bis eine transatlantische Diskussion über das Thema Sicherheit beginnt.

Quelle: Handelsblatt

Die Gegensätze hätten größer nicht sein können. Auf der einen Seite des Atlantiks lobt sich US-Präsident Bush für seine Außenpolitik - und auf der anderen Seite des Atlantiks kritisiert sein Vorgänger Bill Clinton implizit die Politik dieser Administration. "Wir haben nicht die richtigen Systeme, um mit den Problemen der Welt umzugehen", sagte Clinton bei der Eröffnung des World Economic Forums in Davos.

Es ist eine treffende Beschreibung der Weltsicherheitslage und des Kampfes gegen Krankheit und Armut, dem sich das Forum verschrieben hat. Die neue Weltordnung, seit dem Zusammenbruch des Kommunismus angemahnt und seit den Terroranschlägen von New York dringend benötigt, existiert nicht einmal in den Köpfen vereinzelter Politiker. Die Suche nach der neuen Weltordnung, die Suche nach dem von Clinton verlangten System ist durch den US-Krieg gegen den Irak noch deutlich erschwert worden. Und der Kampf gegen den Terrorismus ebenfalls, wie führende Sicherheitsexperten in Davos berichteten. Und obwohl all dies so offensichtlich ist, spielt die Frage im politischen Wettstreit in den Vereinigten Staaten keine entscheidende Rolle.

Das bedeutet: Clinton und der Rest der Welt werden noch ein Weilchen warten müssen, bis mindestens einmal eine transatlantische Diskussion über das Thema beginnt. Mehr Tempo wäre dringend geboten. Nur wenn schnell ein transatlantischer Dialog über die Bekämpfung des Terrors und eine neue Weltsicherheitsordnung in Gang kommt, kann die Gefahr weiterer Anschläge gebannt werden.

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