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03.04.2003

16:14 Uhr

FC Bayern vor Gericht - Keine friedliche Lösung mehr möglich

Hoeneß freut sich auf Prozess gegen Matthäus

Das Band zwischen Lothar Matthäus und dem FC Bayern München ist endgültig zerschnitten - im Streit um die Erlöse aus dem Abschiedsspiel des Rekordnationalspielers will es der FC Bayern nun auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen lassen. Man freue sich auf den Prozess, sagte Bayern-Manager Hoeneß.

HB/dpa MÜNCHEN. Die Anwälte des 42-jährigen Fußball-Rekordnationalspielers beantragten am Donnerstag die Wiederaufnahme des Verfahrens vor dem Landgericht München I (Aktenzeichen 12 O 23094/02), in dem Matthäus auf dem Wege einer Stufenklage eine korrekte Abrechnung seines Abschiedsspiels am 26. Mai 2000 und vollständige Akteneinsicht verlangt. Die von Matthäus und seinen Rechtsbeiständen beauftragten Wirtschaftsprüfer hätten laut Pressemitteilung der Anwälte festgestellt, dass die Abrechnung des FC Bayern weder formell noch materiell ordnungsgemäß erfolgt sei.

In dem seit Wochen schwelenden Rechtsstreit scheint eine friedliche Lösung nicht mehr möglich. "Wir sind es leid, hingehalten zu werden. Ich gehe davon aus, dass das Gericht den Termin für eine mündliche Verhandlung anberaumen wird", sagte Matthäus-Anwalt Wolfgang Stürzer. Mit der "Stufenklage auf Auskunft und Rechnungslegung" verlangt Matthäus eine korrekte Abrechnung des Abschiedsspiels und vollständige Einsicht in die Unterlagen. Die erste Klageschrift war bereits am 20. Dezember 2002 bei Gericht eingereicht worden.

Der FC Bayern will es auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen lassen. "Wir haben die Angelegenheit heute unseren Anwälten übergeben und freuen uns auf den Prozess, denn damit wird jetzt endgültig Klarheit in die ganze Angelegenheit kommen", sagte Bayern - Manager Uli Hoeneß. Matthäus ließ durch seine Anwälte mitteilen, er bedaure ausdrücklich, dass ihn die Weigerung des FC Bayern zu vorbehaltloser Aufklärung dazu zwinge, gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen.

Die Wirtschaftsprüfer Claus F. Vogt und Heinz-Wilhelm Bühler stellten in ihrem Gutachten fest, dass die Abrechnung nicht korrekt erfolgt sei. Außerdem seien die am 18. Februar erstmals vom FC Bayern erteilten Auskünfte und Unterlagen nicht vollständig gewesen. Die mehrfache Verweigerung weiterer Auskünfte und nicht zuletzt die öffentlichen Verlautbarungen des FC Bayern seien die Gründe für den Antrag auf Wiederaufnahme, so die Anwälte.

Matthäus, der nach Bayern-Angaben 3,927 Millionen Mark aus dem Abschiedsspiel bekommen hat, geht es laut Klageschrift vor allem um die noch fehlenden Schriftstücke der Aufhebungsvereinbarung zwischen dem FC Bayern und der UFA GmbH-Sports vermutlich vom April 2000. Bereits 1994 hatte der Club die Übertragungs- und Verwertungsrechte eines Abschiedsspiels mit der UFA vertraglich geregelt. Weiterhin fehlen Unterlagen einer Vereinbarung zwischen dem FC Bayern und der CWL Telesport & Marketing AG vermutlich vom September 2000 vermisst, in der zwischen beiden Parteien eine nachträgliche Entgeltminderung vereinbart wurde. Außerdem geht es um Belege im Zusammenhang mit Logistikkosten und Kartenverkauf sowie eine "Abgeltungsvereinbarung", mit der am 9. März 2000 das Arbeitsverhältnis zwischen dem FC Bayern und Matthäus aufgehoben wurde.

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