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03.01.2001

08:17 Uhr

FDP-Führungsstreit

"Bild": Gerhardt will FDP-Fraktionsvorsitz an Westerwelle abgeben

Wie die "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe) unter Berufung auf FDP-Führungskreise berichtet, will Gerhardt das Amt am Mittwoch bei einem Geheimtreffen mit dem Generalsekretär der Liberalen, Guido Westerwelle, anbieten. Nach ARD-Informationen soll das Treffen in Frankfurt (Main) stattfinden.

ddp BERLIN. Im FDP-Führungsstreit könnte es möglicherweise schon am Mittwoch Klarheit geben. Parteichef Wolfgang Gerhardt ist offenbar bereit, sein Amt als Fraktionschef im Bundestag abzugeben. Wie die «Bild»-Zeitung (Mittwochausgabe) unter Berufung auf FDP-Führungskreise berichtet, will Gerhardt das Amt am Mittwoch bei einem Geheimtreffen mit dem Generalsekretär der Liberalen, Guido Westerwelle, anbieten. Nach ARD-Informationen soll das Treffen in Frankfurt (Main) stattfinden. Präsidiumsmitglied Sabine Leutheusser-Schnarrenberger machte derweil die anhaltende Führungsdebatte der Liberalen für das derzeitige Stimmungstief der FDP in der Wählergunst verantwortlich. Auch der Parlamentarische FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ulrich Heinrich nannte die Diskussion "schädlich für die Gesamtpartei".

Der «Bild»-Zeitung zufolge soll Westerwelle künftig die Fraktion führen und aus dieser Position heraus in zwei Jahren als «Spitzenmann» im Bundestagswahlkampf antreten. Außerdem will Gerhardt nach Informationen des Blattes Westerwelle die Zusage geben, in zwei Jahren sein Nachfolger als FDP-Bundesvorsitzender zu werden. Gerhardt wolle so eine Kampfkandidatur des amtierenden Generalsekretärs um den FDP-Vorsitz abwenden.

Leutheusser-Schnarrenberger wies die Vorwürfe des nordrhein-westfälischen FDP-Landesvorsitzenden Jürgen Möllemann gegen Gerhardt zurück, er sei für die Erfolglosigkeit der FDP verantwortlich. Damit die Partei in der Wählergunst wieder zulege, müsse sich die FDP bei aktuellen Debatten wie der BSE-Krise Gehör verschaffen, betonte die bayerische FDP-Landeschefin. Heinrich nannte Möllemanns Kritik an Gerhardt «unberechtigt und im Ton absolut unangemessen». Möllemann habe «parteiintern auch keine Mehrheit, den Bundesvorsitzenden in dieser Art anzugehen».

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