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28.05.2000

13:49 Uhr

FDP-Parteivorsitzender nennt Kritik "Geschwätz", ruft zu Teamarbeit auf und warnt vor voreiligen Koalitionsaussagen zugunsten der SPD

Gerhardt hält sich nicht für amtsmüde

Der FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzende Wolfgang Gerhardt hat die gegen ihn gerichtete Kritik des schleswig- holsteinischen Fraktionschefs Wolfgang Kubicki als "Geschwätz" bezeichnet und angekündigt, er werde wieder kandidieren.

dpa BERLIN. Seine Parteifreunde rief Gerhard zur Teamarbeit auf. Spekulationen, er selbst wolle eines seiner beiden Führungsämter aufgeben, wies Gerhard am Sonntag zurück. Zudem warnte Gerhardt die Partei vor zu starken Sympathie-Bekundungen an die Adresse der SPD.
"Ich habe immer erklärt, dass ich wieder kandidieren werde und dass ich zusammen mit anderen die FDP zum Erfolg führen werde", sagte Gerhardt. Kubicki hatte ihm nahe gelegt, den Fraktionsvorsitz im Bundestag aufzugeben, damit "noch mehr Personen für die liberale Sache kämpfen können".



Gerhardt sagte: "Ich habe immer erklärt, dass wir vor der Bundestagswahl ein Team bilden und dass nicht einer alle Positionen besetzen kann." Dies habe aber jetzt keinen aktuellen Bezug. "Wer das angreift wie Herr Kubicki, den kann ich nicht verstehen. Nur ein Team kann die FDP nach vorne bringen und niemand sollte sich, wie Herr Kubicki das tut, so wichtig nehmen."
Der FDP-Vorsitzende wandte sich gegen die derzeitige Diskussion über mögliche Koalitionen seiner Partei mit den Sozialdemokraten. "Wir müssen unser eigenes Gewicht erhöhen, wir müssen klare Ziele wählen und wir sollten uns nach dem Ende der Koalition mit der CDU nicht schon zu selbst ernannten Verlobten der SPD machen", sagte Gerhardt. Er fügte hinzu: "Ich trete für einen unabhängigen Kurs ein. Wir können ihn auch selbstbewusst gehen, weil wir zu allen Themen der Zeit die besten Lösungsvorschläge haben. Wir müssen uns nicht nach anderen richten."



Gerhardt verwies auf die nächstes Jahr anstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, wo die FDP sowohl an der Seite der CDU als auch mit der SPD an den Regierungen beteiligt ist. "Ich fordere Herrn Kubicki auf, Wahlerfolge dort nicht zu beeinträchtigen durch öffentliches Geschwätz", sagte er. Die Entscheidung über Koalitionen in den Ländern liege bei den Landesverbänden, im Bund beim Bundesparteitag.
Beim nächsten Bundesparteitag in drei Wochen erwartet Gerhardt klare Unterstützung für seinen Kurs. "Ich bin sicher, die Mehrheit der Partei will einen unabhängigen Kurs. Die FDP wird Koalitionsentscheidungen dann treffen, wenn sie anstehen", sagte Gerhardt.

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