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20.01.2003

14:20 Uhr

Fehlstart der Ariane-5-Plus

ESA verlangt Entwicklungspause für Ariane

Nach dem folgenschweren Fehlstart einer Ariane-5- Plus hat die Europäische Weltraumorganisation ESA eine Entwicklungspause für die europäischen Trägerrakete verlangt.

HB/dpa PARIS. "Es ist wichtiger, ein Umfeld des Vertrauens zu schaffen und ein sicheres Raketensystem zu haben", sagte ESA-Generaldirektor Antonio Rodota am Montag in Paris. Auch der gegenwärtig stagnierende Markt für Starts von Kommunikationssatelliten lege es nahe, in die vorhandene Ariane-5 zu investieren statt in die Entwicklung einer immer stärkeren Rakete.

Der Premieren-Start der neuen Ariane-5-Plus, die erstmals zehn Tonnen Nutzlast transportieren sollte, war am 11. Dezember wegen eines Kühldefekts am Haupttriebwerk gescheitert. Zwei europäische Satelliten gingen dadurch verloren. Die Überprüfungen des gesamten Ariane-Raketensystems führten dann auch dazu, dass die Kometen-Sonde "Rosetta" nicht mehr zeitgerecht im Januar starten kann und jetzt ein anderer Komet für das ehrgeizige europäische Projekt gesucht werden muss. "Rosetta" wird somit frühestens im Jahr 2004 aufbrechen können.

Gebremst wird Europas Raumfahrt auch, weil die Einigung über das Milliarden-Vorhaben "Galileo", einer europäischen Konkurrenz zu dem amerikanischen Satelliten-Navigationssystem GPS, immer noch aussteht. "Wir können noch keine Aufträge auf den Weg bringen", kritisierte Rodota. Er verlangte eine baldige Sitzung der ESA-Mitgliedsländer zu "Galileo". Im Dezember war eine greifbar nahe Einigung über das 3,5 Milliarden Euro teure Netz aus 27 Navigationssatelliten vor allem an einem Streit zwischen Deutschland und Italien gescheitert. Beide Länder sind sich weder über den Sitz des Unternehmens noch über die Führungsrolle einig.

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