Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.05.2003

15:37 Uhr

Ferrari-Sieg in Barcelona - McLaren geht leer aus

Schumachers „roter Hai“ beißt zu

Ein strahlender Michael Schumacher, eine Liebeserklärung an sein neues Auto - und ein schwarzer Tag für die Silberpfeile: Mit seinem "roten Hai" hat der Formel-1-Weltmeister eine traumhafte Premiere gefeiert und bei der Aufholjagd im Titelkampf wegen des Debakels der Konkurrenz einen Riesenschritt nach vorn gemacht.

Michael Schumacher lag auch am Ende des Rennens vor seinem Team-Kollegen Rubens Barrichello. Foto: dpa

Michael Schumacher lag auch am Ende des Rennens vor seinem Team-Kollegen Rubens Barrichello. Foto: dpa

HB/dpa BARCELONA. Schumacher schaffte am Sonntag beim Großen Preis von Spanien beim Debüt des neuen F2003-GA den Sieg-Hattrick in Barcelona und schob sich in der WM-Wertung auf den zweiten Rang hinter Spitzenreiter Kimi Räikkönen, der wie sein McLaren-Mercedes-Kollege David Coulthard ein bitteres Aus verkraften musste. Der Champion verkürzte seinen WM-Rückstand auf vier Punkte und schwärmte: "Ich liebe dieses Auto so sehr."

Während der spanische Überraschungsmann Fernando Alonso als Zweiter vor Rubens Barrichello einen Ferrari-Doppelerfolg verhinderte, war Schumacher "sehr, sehr glücklich". Der fünfmalige Champion, der in dieser Saison so lange wie nie auf sein neues Fahrzeug hatte warten müssen, bedankte sich bei seinem Team: "Nachdem wir schon so viel gewonnen haben, sind alle immer noch so motiviert, ein solches Auto hinzustellen. Es ist nicht nur wunderschön, sondern auch sauschnell. Wir werden damit noch viel Freude haben."

In der Gesamtwertung bleibt Räikkönen trotz des silbernen Totalausfalls mit 32 Punkten an der Spitze vor Michael Schumacher (28), der ebenso wie Alonso (25) und Barrichello (20) den bisher zweitplatzierten Coulthard (19) überholte. "Das war nicht unser Wochenende", meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Ein schreckliches und sehr kurzes Rennen für mich", klagte Räikkönen. In der Konstrukteurs-WM kam Ferrari bis auf drei Punkte heran.

Nach den schweren Tagen mit dem Tod der Mutter durfte Schumacher den zweiten Saisonsieg nach dem Imola-Erfolg verbuchen. Der Titelverteidiger siegte vor 96 000 Zuschauern nach 65 Runden und 307,324 km in der Gesamtzeit von 1:33:46,933 Stunden vor Renault Pilot - Alonso sowie Barrichello. Es war sein dritter Barcelona-Sieg in Serie und sein insgesamt 66. Grand-Prix-Erfolg. Bisher hatte nur Mika Häkkinen den Spanien-Hattrick geschafft.

BMW-Williams-Pilot Ralf Schumacher rettete den fünften Platz mühsam ins Ziel, nachdem ihn Kollege Juan-Pablo Montoya (4.) noch überholt hatte. Die Mönchengladbacher Sauber-Fahrer blieben ohne Erfolgserlebnis. Heinz-Harald Frentzen schied nach einem Defekt in der 38. Runden aus, Kollege Nick Heidfeld blieb als Zehnter erneut ohne WM-Punkte. Das spanische Publikum jedoch feierte seinen neuen Helden Alonso, der fand: "Das ist wie ein Traum. Diesen Tag werde ich nie vergessen."

Den Grundstein für den Erfolg hatte Michael Schumacher bereits am Samstag gelegt. Der Titelverteidiger hatte die 53. Pole Position seiner Karriere geholt, während Räikkönen nach einem Ausrutscher nur der letzte Startplatz blieb. Beim dramatischen Start kam es noch schlimmer für den Finnen. Der WM-Führende krachte in den stehen gebliebenen Jaguar von Antonio Pizzonia - damit war der Grand Prix gelaufen. Räikkönen: "Ich bin eigentlich gut weggekommen. Aber dann habe ich gesehen, dass sich Wilson vor mir nach rechts gedreht hat. Da musste ich vorbei. So konnte ich Pizzonia nicht mehr ausweichen."

Sein Kollege Coulthard fiel nach einer Auseinandersetzung mit Jarno Trulli vorübergehend auf den letzten Platz zurück. Auch an der Spitze gab es Aufregung. Der als Dritter gestartete Alonso überholte zunächst Barrichello und bedrängte Schumacher. Doch die Ferrari - Piloten wehrten den heranstürmenden Renault-Fahrer ab. Wegen der Aufräumungsarbeiten auf der Start-Ziel-Geraden ging das Safety-Car vorübergehend auf die Strecke.

Von da an zog Michael Schumacher, verfolgt von Barrichello, vorerst unbehelligt seine Kreise, während das Pech der Konkurrenz weiter ging. Für den Schotten Coulthard kam in der 18. Runde nach einem Unfall mit dem BAR-Piloten Jenson Button das Aus. Die folgenden Boxenstopps sorgten weiter für Spannung. Michael Schumacher stoppte in der 19. Runde kurz nach seinem Bruder zum ersten Mal.

Nach dem zweiten Reifenwechsel lieferten sich die Brüder einen Zweikampf, doch der Weltmeister setzte sich durch. Auch Alonso mischte kräftig mit. "Ein hartes Rennen", so der Ferrari-Star. Nach einer Auseinandersetzung mit dem Spanier rumpelte Ralf Schumacher ins Kiesbett. "Dabei riss ein Teil der Verkleidung ab", berichtete Ralf, der zudem durch einen Schaden an den Kühlluft-Zufuhr gehandicapt war. Angesichts aller Probleme fand er: "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×