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12.01.2001

15:12 Uhr

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Fest im Sattel

VonWALL STREET CORRESPONDENTS

Die Märkte scheint nichts mehr erschüttern zu können. Gestern legten die Indizes zu, obwohl zahlreiche Analystenhäuser Gewinn- und Umsatzerwartungen reduzierten. Auch am Morgen können mehrere Gewinnwarnungen, die gestern nachbörslich veröffentlicht wurden, die Futures nicht erschüttern. Die Warnungen von Hewlett-Packard, Rambus und Gateway und die pessimistischen Zukunftsaussichten bei DoubleClick beeindrucken Anleger jedoch nicht.

Unterstützung bekommt der Markt am Morgen von den veröffentlichten Wirtschaftsdaten. Die Produzentenpreise stiegen im vergangenen Monat nicht wie erwartet um 0,1 Prozent, sondern belieben unverändert. Die um den volatilen Bereich der Lebensmittel- und Energiepreise bereinigte Kernrate stieg jedoch um 0,3 Prozent und legte damit mehr als die erwarteten 0,1 Prozent zu.



Die Einzelhandelsumsätze stiegen um 0,1 Prozent. Erwartet hatte die Mehrzahl der Experten jedoch einen Rückgang um 0,5 Prozent. Damit deuten die Wirtschaftsdaten nicht auf eine weitere Abkühlung der US-Wirtschaft. Anleger können sich freuen, Unternehmen auch. Die Ertragsausaussichten für die Zukunft sehen somit doch nicht so düster aus. Wie die US-Notenbank auf die jüngsten Wirtschaftsdaten reagieren soll, wird sich auf ihrer Sitzung am 31. Januar zeigen. Sinkende Produzentenpreise und Einzelhandelsdaten hätten sie jedoch sicherlich in einer baldigen zweiten Zinssenkung bestärkt.



Champagnerkorken knallen bei America Online und Time Warner. Wie bereits erwartet genehmigte die US-Behörde für Kommunikation die Fusion beider Unternehmen. Doch ganz ohne zusätzliche Bedingungen wurde die Zustimmung nicht erteilt. AOL muss nun den instant massaging Service, über den Kunden untereinander kommunizieren können, auch der Konkurrenz zur Verfügung stellen. Das neue Unternehmen soll insgesamt einen Umsatz von 40 Milliarden Dollar erwirtschaften und einen Cash Flow in Höher von elf Milliarden Dollar aufweisen.



Als Schock für die Wall Street stellten sich gestern nach Börsenschluss die Quartalszahlen von Gateway heraus. Der zweitgrößte Direktvertreiber von PCs, hat die Prognosen für das vierte Quartal weit verfehlt. Das Unternehmen meldete mit zwölf Cents Gewinn pro Aktie weniger als die Hälfte der bereits reduzierten Analystenschätzungen. Im Zuge der überraschenden Ertragsmeldung - Gateway sollte eigentlich erst in der kommenden Woche die Ergebnisse bekannt geben - hat das Unternehmen eine Gewinnwarnung für die kommenden sechs Monate ausgesprochen. Als Konsequenz der schlechten Geschäftslage wird Gateway nun 2 400 seiner Mitarbeiter und damit zehn Prozent seines Personals entlassen. Darüber hinaus will das Unternehmen die Nummer der Zulieferer reduzieren. Merill Lynch und Prudential Securities stufen den Wert auf "akkumulieren" ab.



Doubleclick erreichte das Break Even. Analysten hatten mit einem Verlust von zwei Cents gerechnet. Doch die Prognosen sehen auch bei der Onlinewerbeagentur düster aus. Das Umsatzwachstum werde sich verlangsamen und nur noch bei plus vier Prozent liegen. Auch Goldman Sachs sieht weitere Probleme auf das Unternehmen zu kommen. Doch die Anleger zeigen sich positiv überrascht über die gemeldeten Ergebnisse. Vorbörslich legt Doubleclick 14 Prozent zu.



Ariba kann gegen so viele negative Zahlen und Ergebnissen richtig glänzen. Der Hersteller von B2B-Software hat am Donnerstag nach Handelsschluss die Ergebnisse für das erste Quartal vorlegt. Das Unternehmen hat mit einem Gewinn von fünf Cents pro Aktie die Analystenschätzungen um drei Cents geschlagen. Ariba ist das erste bedeutende B2B-Unternehmen, das die Gewinnzone erreicht. Das Unternehmen denkt, dass die schwache Konjunktur nur wenig Einfluss auf die kommenden Ergebnisse haben wird. Trotzdem haben einige Analysten Wachstumsbedenken. Goldman Sachs denkt positiv und bestätigt die Aktie auf der Empfehlungsliste.

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