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15.06.2000

11:47 Uhr

Festnahme überschattet Europareise des russischen Präsidenten

Russischer Medienmogul sieht sich als Opfer einer Intrige

Der festgenommene russische Medienmogul Wladimir Gussinski sieht sich als Opfer einer politischen Intrige.

dpa MOSKAU. "Das ist eine politische Intrige, die von ranghohen Vertretern der Staatsmacht organisiert wurde, für die das freie Wort eine Gefahr ist", ließ er am Donnerstag in Moskau über seine Anwälte erklären. Auch am dritten Tag seit seiner Verhaftung habe "niemand genau erklären können, was die Staatsmacht mir vorwirft".

Gussinski, Chef des Kreml-kritischen Medien-Imperiums Media Most, war am Dienstag unter Betrugsvorwurf festgenommen worden. In Russland wie im Ausland gab es zahlreiche Proteste gegen die Aktion, die als Schlag gegen die Pressefreiheit gewertet wurde. Präsident Wladimir Putin erklärte, er sei über die Festnahme nicht informiert gewesen. Er warf Gussinski jedoch vor, hohe Schulden nicht zurückgezahlt zu haben.

Gussinskis Anwälte legten offiziell Beschwerde gegen die Inhaftierung ein. Die Festnahme sei unbegründet, erklärten sie nach Angaben der Agentur Interfax. Über die Beschwerde werde am 20. Juni vor einem Moskauer Stadtteilgericht verhandelt.

Gussinski ist auch Vorsitzender des Russisch-Jüdischen Kongresses und Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC). Deshalb will sich Israel auf höchster Ebene für seine Freilassung einsetzen. Der Fall überschattete Putins Besuch in Spanien und soll auch bei seinem Besuch in Berlin zur Sprache kommen.

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