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05.06.2000

20:28 Uhr

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Fiat will im Juli mit GM-Kooperation starten

Der italienische Automobilhersteller Fiat will auf jeden Fall unabhängig bleiben. Die geplante Kooperation mit General Motors (GM) soll unter keinen Umständen in einer Übernahme durch den größten Autokonzern der Welt enden. Die ersten beiden Joint Ventures werden im Juli ihre Arbeit aufnehmen.

mab TURIN. Eine wesentliche Verbesserung der geschäftlichen Situation der Fiat Spa, Turin, hat deren Präsident Paolo Fresco für die kommenden Monate in Aussicht gestellt. Im ersten Quartal sind Umsatz und Ertrag deutlich gestiegen. Bereinigt um Zukäufe und Währungseffekte hat die Gruppe ihre Umsatzerlöse um 10 % gesteigert, ohne diese Korrekturen sind sie sogar um 30 % auf 14,3 Mrd. " gestiegen. Das Ergebnis ist wieder deutlich in die schwarzen Zahlen gelangt (113 Mill. "), nachdem es im Vergleichszeitraum 1999 nur 6 Mill. " betragen hatte. "Wir erwarten für 2000 ein kräftiges Wachstum , wobei der Gewinn stärker als der Umsatz zulegen wird", sagte Paolo Fresco auf der Hauptversammlung in Turin. Der Umsatz soll um 20 % auf bis zu 57 Mrd. " klettern. Verantwortlich für den Aufwärtstrend ist vor allem der Aufschwung in der Autosparte, die etwa 50 % des Umsatzes ausmacht. Sie erwirtschaftete im ersten Quartal des letzten Jahres 109 Mill. " Verlust; dank neuer Modelle hat sie in den ersten drei Monten dieses Jahres 20 Mill. " Gewinn gemacht.

Bis Ende Mai sind in Italien fast 143 000 Fiat Puntos verkauft worden, womit dieses Modell die Rangliste der Neuzulassungen anführt. Zu beachten ist hierbei die aggressive Preispolitik von Fiat: Um gut 20 % billiger als zur Einführung wird mittlerweile der Punto auf seinem Heimatmarkt angeboten. Der Marktanteil in Westeuropa ist von 10,6 % auf 11,3 % gestiegen. Wesentlich besser als im Vorjahr laufen die Geschäfte in Auslandsmärkten wie Brasilien und Osteuropa.

Alle anderen Geschäftsfelder wie die Nutzfahrzeuge (Iveco), die Bau- und Landwirtschaftsmaschinen (Case New Holland), der Anlagenbauer für die Automobilindustrie Comau oder der Autozulieferer Magneti Marelli weisen in den ersten Monaten dieses Jahres zweistellige Zuwachsraten auf.

Langsam beginnt Fiat, die Handschrift seines Präsidenten Paolo Fresco zu tragen. Der Fiat-Lenker war bis vor zwei Jahren bei General Electric tätig, und das merkt man. Er setzt für Fiat ähnliche Maßstäbe an, die seinen ehemaligen Chef Jack Welsh berühmt gemacht haben: Alle Unternehmen des Konzerns werden darauf getrimmt, zu den weltweiten Marktführern aufzuschließen. Um dies zu erreichen, hat Fresco in den letzten Monaten wichtige Weichenstellungen vorgenommen. Die Autosparte hat sich per Kapitalverflechtung mit General Motors, weltweit dem größten Unternehmen der Branche, verbündet. In zwei Gemeinschaftsfirmen sollen künftig der Einkauf und die Herstellung von Motoren/Komponenten gebündelt werden. Die Joint Ventures sollen ihre Arbeit Ende Juli aufnehmen, wie Fresco bekannt gab. Fiat will außerdem seinen Anteil an General Motors bis September von derzeit 5,1 auf 6 % erhöhen.

Durch den Kauf des amerikanischen Traktorherstellers Case ist die Fiat-Tochter New Holland zur weltweiten Nummer eins im Landmaschinenhandel avanciert.

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