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05.02.2002

19:02 Uhr

Film-Kassenschlager aus Hollywood lassen auf ein Spitzenjahr hoffen

Kinobranche erwartet Rekordumsätze

Kinobetreiber, Verleiher und Filmproduzenten rechnen in diesem Jahr mit Besucher-Rekorden. Auch der deutsche Film wird nach dem Riesenerfolg von "Der Schuh des Manitu" selbstbewusst.

pes/jojo/va DÜSSELDORF/MÜNCHEN. Die deutsche Kinobranche steht vor einem neuen Glanzjahr. Während Fernsehsender und Medienunternehmen unter der schlechten Konjunkturlage leiden und sinkende Umsätze melden, prognostizieren Filmproduzenten, Verleiher und Kinobetreiber zum Auftakt der Internationalen Filmfestspiele in Berlin ein ähnlich gutes Geschäftsjahr wie 2001. "Die Branche könnte den Rekord vom vergangenen Jahr sogar noch übertreffen", betont Thomas Grillenberger, Medienexperte der Bayerischen Landesbank.

Zahlreiche potenzielle Kassenschlager aus Hollywood stehen auf dem Programm, darunter "Star Wars", "Star Trek", "James Bond" und auch die Fortsetzungen von "Herr der Ringe" und "Harry Potter". Grillenberger: "Sie alle versprechen in den Kinos gute Besucherzahlen."

"Die Branche registriert bereits im ersten Monat des Jahres wieder viele Besucher", bemerkt Rolf Bähr, Chef der Filmförderungsanstalt (FFA) in Berlin. Bähr geht davon aus, dass sich der Rekord von 2001 in den deutschen Lichtspielhäusern mindestens wiederholen wird. Anhaltend gute Zeiten haben Kinobetreiber wie Cinemaxx oder Ufa Theater dringend nötig. "Noch befinden sich die Kinohäuser mitten in der Konsolidierung", sagt Andreas Kramer vom Hauptverband deutscher Filmtheater. Wenn die Besucher weiterhin konstant in die Kinos strömen, erwarten die Ufa Theater in diesem Jahr erstmals wieder ein ausgeglichenes Ergebnis.

Dank "Der Schuh des Manitu", dem größten deutschen Kino-Erfolg aller Zeiten, war die Zahl der Kinobesucher im Jahr 2001 auf 177,9 Mill. (+ 16,7 %) angestiegen. Dabei erwirtschafteten die Kinos einen Umsatz von 987,2 Mill. Euro. Mit einem Umsatzanteil von 18,2 % war der deutsche Kinofilm so stark wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr.

Das gibt auch in diesem Jahr Hoffnung für einheimische Produzenten und Verleiher. Einziger Haken: Börsennotierte Filmfirmen leiden zur Zeit unter den Nachrichten über den finanziell angeschlagenen Filmhändler Leo Kirch. "Die Aktienkurse stehen unter Druck, ist Kirch doch einer der wichtigsten Abnehmer für die TV-Ausstrahlungsrechte von Kinofilmen", so Markus Wallner, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die Branche erwartet eine weitere Bereinigung unter den Filmfirmen am Neuen Markt. "Aus heutiger Sicht dürften langfristig nur wenige Unternehmen für den Investor interessant sein", betont Analyst Grillenberger.

Für das Kinogeschäft geben sich große Produzenten und Verleiher optimistisch: "Die Krise des deutschen Films ist seit Jahren vorbei", betont Constantin-Vorstand Peter Friedl im Gespräch mit dem Handelsblatt. "Wir haben keine Angst vor Hollywood." Der Manitu-Produzent arbeitet bereits an einer Fortsetzung der Indianer-Parodie. Die Ausrichtung von Constantin auf einheimische Filme lobt Analyst Grillenberger: "Um das Risiko überschaubar zu halten, hat Constantin den Focus auf deutsche Eigenproduktion."

Die Berliner Senator Film setzt im Gegensatz dazu auf ein internationales Engagement im Filmvertrieb. Im vergangenen Jahr erzielte Senator damit einen Umsatz von 88 Mill. Euro. Medienanalyst Wallner sieht die Prognosemöglichkeiten für 2002 noch begrenzt, weil traditionell erst in der zweiten Jahreshälfte Erträge anfallen. Senator-Chef Hanno Huth ist aber schon jetzt zuversichtlich: "2002 könnte für uns sogar noch besser werden." Huth hofft auf seinen Eröffnungsfilm der Berlinale, Tom Tykwer?s "Heaven".

Auch der Münchener Produzent Internationalmedia (IM) setzt im laufenden Jahr auf Wachstum. Zwölf Filme unter dem eigenen Label sollen dieses Jahr in die Kinos kommen, drei mehr als 2001. Der Trend gehe zu Action- Streifen wie Terminator 3, so ein Sprecher. Arnold Schwarzenegger hat den Vertrag mit IM bereits unterschrieben.

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